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Menschen retten mit dem Bio-Radar
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Stefan Rother vom Schopfheimer THW suchte in Köln mit modernem Gerät nach Einsturzopfern

Schopfheim (wm). Stefan Rother hat schon einige Hilfseinsätze hinter sich. Seit 15 Jahren arbeitet er ehrenamtlich als Zugführer für das THW in Schopfheim. Sein jüngster Einsatz jedoch hatte es in sich: Der Schopfheimer THWler half beim spektakulären Einsturz des Kölner Stadtarchivs an vorderster Front bei der Suche nach Überlebenden unter den Trümmern.

Bei den Rettungsarbeiten nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs arbeitete mit Stefan Rother auch ein THW-Helfer aus Schopfheim an vorderster Front mit.
Fotos: Archiv/privat

Doch das allein war es nicht. Denn er und zwei Mithelfer des THW aus Breisach und Emmendingen sowie drei Forscher von der Universität Freiburg waren nicht nur Mitglied eines Ortungsteams, das auf klassische Weise mit Spürhunden arbeitete. Stefan Rother und seine Kollegen setzten im Rahmen eines Forschungsprojektes der Uni Freiburg und des THW, das vom zuständigen Bundesministerium im Rahmen eines Programms zur zivilen Sicherheit gefördert wird, außerdem ein völlig neuartiges Bio-Radar-System ein.

Dieses intelligente Ortungs- und Rettungssystem sendet in einem bestimmten Öffnungswinkel hochfrequente Radarstrahlen zum Beispiel in einen Trümmerhaufen. Das Gerät kann über eine ausgelegte Antenne bis zu einer Tiefe von sechs Metern alle Bewegungen feststellen, so zum Beispiel auch Herzschläge oder Atembewegungen, selbst wenn die verschütteten Personen bewusstlos sind. Anhand der Messkurven lässt sich sogar unterscheiden, ob die Signale menschlichen oder tierischen Ursprungs sind. Ein Prototyp des Bio-Radars war nach Angaben von Stefan Rother bei einer Gasexplosion schon einmal im Einsatz und konnte unter den Trümmern einen noch lebenden Hund orten.

In Köln setzten die THW-Helfer um Stefan Rother und Marc Loschonsky von der Uni Freiburg das Gerät zunächst an den Randtrümmern ein, wo Rettungshunde angeschlagen hatten. Nachdem die Einbruchstelle gesichert war, suchten sie von einem Krankorb aus als erste den Ort ab, wo man die zwei vermissten Männer vermutete, die man inzwischen jedoch nur noch tot bergen konnte.

Die Entwicklung des Bio-Radars sei denn auch noch nicht abgeschlossen, berichtet Stefan Rother. Vielmehr gelte es, das System weiter zu entwickeln und leistungsfähiger zu machen, damit es im Ernstfall noch mehr Informationen liefert. Auch eine Ausweitung des Einsatzbereiches wie zum Beispiel bei der Suche nach Lawinenopfern ist geplant. Erst vor wenigen Wochen testete das Team, das auch in Köln im Einsatz war, das Gerät bei Todtnauberg im Schnee. Im April seien gemeinsame Tests mit dem Lawinenforschungs-Institut in Davos anberaumt, so Stefan Rother.

 
Nachricht vom 17.03.2009
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