(hau). Oettinger geht nach Brüssel - diese Nachricht bestimmte am Wochenende alle politischen Gespräche im Lande. Wir baten Lörracher Lokalpolitiker um eine erste Stellungnahme.
Ulrich Lusche (CDU) zeigte sich äußerst überrascht von der Nachricht. Er sieht Oettinger als hervorragenden Mann in Brüssel. Für Baden-Württemberg sei es wichtig, vor Ort einen kompetenten Politiker zu haben. Von einer angeblichen Verbannung oder Flucht Oettinges wollte er hingegen nichts wissen.
Günter Schlecht (SPD) ist trotz einiger Gerüchte in den vergangenen Wochen völlig überrascht. Oettinger ist wohl weggelobt worden. Wahrscheinlich habe man erkannt, dass die CDU im Land mit ihm nicht den nötigen Erfolg habe. Gespannt ist Schlecht, wie die politischen Schwerpunkte des neuen Ministerpräsidenten aussehen werden. Die SPD werde sich als Opposition zunächst neu finden und dann auf die neue Landesspitze einstellen müssen.
Werner Lacher (Freie Wähler) war höchst überrascht von der Nachricht. Doch als Baden-Württemberger werde Oettinger in Brüssel sicher Gutes für die Region tun. Das ist schließlich eine verantwortungsvolle Stelle, und ich wünsche ihm dabei viel Glück. Spannend findet er nun sowohl die Nachfolger-Frage als auch die wahren Hintergründe.
Margarete Kurfeß (Die Grünen): Ich habe den Eindruck, Herr Oettinger wird hier weggelobt. Schließlich hätten keineswegs alle im Lande über seine Politik gejauchzt. Ob er in Brüssel tatsächlich überzeugende Arbeit leisten könne, werde sich erst noch herausstellen. Dass er Baden-Württemberger sei, spiele für das Land aber sicher keine Rolle.
Dr. Eugen Paul (FDP) war fürchterlich überrascht, dass quasi wie nebenbei zu den Koalitionsverhandlungen so etwas herauskommt. Er glaubt, dass Oettinger angesichts einiger politischer Probleme im Land Europa als seine große Chance sieht. Einen Vorteil für Baden-Württemberg sieht er nicht.