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?Der Tom? aus Halle slamt am besten
Beim Burghof-Slam ?Tot und lebendig? war ?der Tom? aus Halle (Mitte) der Sieger, flankiert von den Moderatoren, der Slammerin Pauline F?nd dem Organisator des Poetry Slam, Tilman Scheipers. Foto: J?n Scharf
Von Jürgen Scharf Lörrach. Tilman philosophiert über die Liebe, Max möchte was über das Leben erzählen, Tom bricht eine Lanze für Kellerkinder und Lyly serviert Ekliges aus dem Asia-Imbiss. Sie schreiben über Alltag, reden über Träume, Rapper zu werden, erzählen von Straßenrandsängern und Leitplankenspringern, machen Gangsterpoesie und Betroffenheitsrap: die Slam-Poeten. Die Slammer sind die Sprachkünstler und jungen Autoren von heute. Längst ist auch Lörrach vom Poetry Slam infiziert. Beim sechsten Burghof-Slam verblüffte das versierte Dichten der Sprachpoeten die große Fangemeinde und die Slam-Neulinge, wobei die besten Slammer eine richtige Slamshow aus Literatur und Performance machten. Nur: Die Frauenquote stimmte nicht ? aber Slammen ist wohl nach wie vor ein Männerphänomen. Dieses Mal gab es keinen normalen Poetry Slam, sondern ein Slam Special: ?Dead & Alive? (Tot und lebendig). Diese Dichterschlacht verfolgt ein neues Konzept: Tote Dichter treten gegen lebende an. Da müssen sich die Slammer mit Johann Wolfgang von Goethe messen und sehen gar nicht mal schlecht aus: Die Leiden der jungen Wörter ? aber nicht von Goethe. Die spannende Frage, wer der beste Dichter des Abends ist, wird von den beiden Moderatoren Pauline Füg, die sich gut in der Slam-Szene auskennt, und Tilman Scheipers, der den Poetry Slam organisiert, nach Kräften geschürt. Sie heizen das Publikum mit ihren Dezibelmessungen an, und der Sieger wird mit dem Applausometer erklatscht. Kurzum: Es wurde ein poetisches Kopf-an-Kopf-Rennen. Tilman Döring muss gegen Max Frisch (Pfeife schmauchend) antreten; er tut es mit der Souveränität des Profi-Slammers und experimenteller Betroffenheitsprosa über das Leben. Max Kennel nimmt die Herausforderung des alten Dichterfürsten an und legt mit Neu-Goetheanischer Sprachmacht los. Nur knapp kann ?der Tom? sein Duell gegen Marie-Luise Kaschnitz gewinnen und ist neben Max bald der Favorit. Aus Berlin angereist ist Lyly Schoettle, hat aber mit ihrer Betroffenheitslyrik und der Gedichtballade ?Rapunzel, lass dein Haar herab? keine Chance gegen ihre Mitkonkurrenten. Auch von den toten Dichtern hat man sich zum Halbfinale verabschiedet. Die Toten müssen nächstes Mal lebendiger rüberkommen, meinte der Moderator ? dabei gaben sich doch die jungen Schauspieler von Tempus fugit, die die Texte der toten Dichter selber ausgewählt und in Kostümen vorgetragen hatten, alle Mühe, der Weltliteratur zum Slam-Sieg zu verhelfen. Mit Max und dem Tom stehen dann zwei tolle Finalisten live auf der Bühne. Am meisten punkten kann der frühere Raptexte-Schreiber Tom aus Halle: Mit dem ?Klatsch-o-meter? wird der witzige Mützenträger schlussendlich als bester Bühnenpoet ermittelt.
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