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Geniale Schumann-Interpretin
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Hohes pianistisches Niveau garantierte die Japanerin Yumi Sato bei ihrem Klavierabend im Kreiskrankenhaus. Foto: J?n Scharf

Von Jürgen Scharf Lörrach. Sie ist ein gern gesehener und gehörter Gast beim ?Treffpunkt Kreiskrankenhaus?: die japanische Pianistin Yumi Sato. Auch dieses Mal war bei ihrem Klavierabend mit viel Virtuosem der Saal mit 200 Zuhörern zur Gänze gefüllt. Yumi Satos hochkarätiges Programm allein kann sich schon sehen lassen. Dass es sich auch hören lassen konnte, dafür sorgte die 32-jährige Pianistin, die bereits zum dritten Mal in Lörrach gastierte. Sie ist eigens für dieses Konzert aus Tokio angereist. Dieses Jahr steht in der von Friedrich Mross verantworteten Veranstaltungsreihe das Klavier ganz im Mittelpunkt ? und da durfte natürlich Yumi Sato nicht fehlen. Sie ist eine Schumann-Interpretin von höchsten Graden. Wie sie die kolossalen Symphonischen Etüden auf die Tasten des gut 100-jährigen Flügels legt, ist geradezu respektheischend. Dieses Werk ist ja einer der großen deutschen Variationszyklen des Klavierjahrhunderts ? kein manuelles Problem für Yumi Sato, die das Kraftpotenzial und -reserven für diesen romantischen Großzyklus mitbringt. Kraft- und Ausdrucksgeladenheit sind Merkmale ihres Schumann-Spiels. Das braucht es auch bei diesen Kontrasten. Das schöne Thema exponiert sie lyrisch und innerlich ? diese Charakterisierung ihres Vortrags gilt für den gesamten Zyklus. Ein Musterbeispiel für ihre Anschlagskultur ist das brillante Finale, in dem die Pianistin orchestrale Klangfülle erreicht ? so gut der betagte Blüthner-Flügel dies eben erlaubt. Eine Interpretin mit so viel Energie muss auch bei Chopin zu Hause sein, denkt man, und Chopin liegt ihr auch. Die Grande Valse Brillante spielt sie kraftvoll, etwas forciert im Tempo, wo man sich doch einen etwas sensibleren Zugang wünschen würde. Dass dieses Klavierrecital auf hohem pianistischem Niveau stattfand, zeigte nicht nur die Etüdenserie, sondern auch der auf Wunsch von Veranstalter Mross ins Programm aufgenommene Beethoven. Die Sonate Nr.30 op. 109 aus der Trias der letzten Sonaten ist eines der am schwersten zu bewältigenden Klavierwerke mit dem wunderbaren sarabandenähnlichen Variationsthema Händelscher Prägung und einer ganz neuen Art des Schlusses: verstummend. Keine leichte pianistische Kost, auch nicht für Yumi Sato, die sich dann bei zwei Skrjabin-Stücken doch mehr zu Hause fühlte.

 
Nachricht vom 03.03.2012
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