Lörrach (dr). Heute wird im Hause von Wolfgang und Gertrud Steinbach, geborene Kuschel, die Goldene Hochzeit gefeiert. Die Eheleute stammen aus Oberschlesien und leben seit 1992 in einer gemütlichen Wohnung in Lörrachs Nordstadt. Kennen gelernt haben sich die beiden im Dezember 1961 an ihrem Arbeitsplatz (im heutigen Polen). Sie arbeitete dort bei der Post als Briefträgerin, er war im Strecken- und Leitungsbau der Telekom beschäftigt. Auf dem Hof habe man sich in den Pausen gesehen und ineinander verliebt. Bereits am 3. März 1962 läuteten die Hochzeitsglocken. Als Wohnung fanden sie zunächst nur ein Zimmer bei seinen Eltern. Bald musste der junge Ehemann für zwei Jahre zum Militärdienst. In den Jahren 1967 und 1970 wurden zwei Söhne geboren. Im Frühjahr 1971 konnte die Familie die erste richtige Wohnung in einer Werkssiedlung einer Werft finden, bei der der Ehemann inzwischen arbeitete. Im Herbst 1971 kam dann noch eine Tochter zur Welt, womit die Familie komplett war. Im Jahre 1988 kam zunächst Wolfgang Steinbach mit einem der Söhne als Spätaussiedler nach Deutschland, da eine Schwester von ihm in Grenzach-Wyhlen lebte. Ein Jahr später folgte der Rest der Familie. Zunächst wohnten sie in Weil-Haltingen. Während Wolfgang als Schlosser in mehreren Betrieben im Landkreis arbeitete, fand Gertrud als Reinigungsfachkraft beim Landratsamt Lörrach eine Beschäftigung. Das Hobby von Wolfgang Steinbach war das Angeln. In seiner Jugend hat er Sport getrieben und war Gewichtheber. Jetzt wollen seine Gelenke nicht mehr so recht. Gertrud Steinbach fühlt sich topfit. ?Das kommt sicher von meinen 30 Jahren als Briefträgerin?, scherzte sie. In Polen hätte es an den Häusern keine Briefkästen gegeben. Jeder Brief hätte an der Wohnungstür abgeliefert werden müssen, und wenn diese im vierten Stock gelegen habe. Ihre Hobbys sind das Kochen und Backen. Wenn sie ein neues Rezept in einer Zeitung sehe, müsse sie es immer gleich ausprobieren.Gefeiert wird die Goldene Hochzeit mit den drei Kindern, drei Schwiegerkindern und den vier Enkeln im Familienkreis. Die Redaktion schließt sich den Gratulanten gerne an.