Suche in Redaktionsseiten
Stimmung!
Aus aller Welt
Lokales
Anzeigen
Abos & Service
Freizeit & Spass
Ticketverkauf
Leserreisen
Fotogalerie
E-Paper
Profil & Kontakt
 
Die Gefahren im Netz ernst nehmen
zurück Diese Seite drucken
 
Facebook ist das bei weitem beliebteste soziale Netzwerk. Der Internet-Gigant machte k?ich Schlagzeilen mit der Ank?gung, demn?st an die B? gehen zu wollen. Foto: Archiv

Von Peter Schwendele Oberes Wiesental. Eine Welt ohne Internet, speziell ohne das tägliche Navigieren durch die sozialen Netzwerke, ist für viele Menschen, insbesondere Jugendliche, kaum noch vorstellbar. Etwa zwei Drittel aller jungen Menschen sind hierzulande in einem sozialen Netzwerk angemeldet. Neben neuen Möglichkeiten bergen Facebook und Co. allerdings auch viele Gefahren, über die so mancher Nutzer zu wenig Bescheid weiß. Auch im oberen Wiesental sind soziale Netzwerke ein großes Thema, wie eine Umfrage, die Jugendreferent Dominik Simon an der Todtnauer Silberbergschule initiierte, ergeben hat. 74 Prozent der Jugendlichen sind in einem sozialen Netzwerk aktiv (66 Prozent von ihnen in Facebook, 39 Prozent in Schüler-VZ). Was fasziniert junge Menschen so an dieser Art der Kommunikation? In erster Linie ist es die schnelle und leichte Art, Termine zu vereinbaren und Kontakte zu knüpfen, meint der Jugendreferent. Es sei verlockend, dass man ohne großen Aufwand, praktisch mit einem Mausklick, viele Freunde haben könne. ?Das gibt ein gewisses Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit?, sagt Dominik Simon. Die vielfältigen Möglichkeiten, Kommentare abzugeben oder Fotos zu posten, bediene zudem perfekt die Medienaffinität vieler Jugendlicher. ?Und man ist immer up to date?, weiß Simon, ?wenn eine Beziehung im Bekanntenkreis zerbricht, bekommt man das praktisch in Echtzeit mit.? Häufig ist die Neigung feststellbar, im Netz Privates preiszugeben. Ob allerdings immer alles auch der Wahrheit entspricht, ist die andere Frage. Bei Facebook kann man sich ein bestimmtes Image zulegen, das nicht immer deckungsgleich mit der Wirklichkeit sein muss. Simon: ?Ich kann mich in meinem Account so präsentieren, wie ich mich gern hätte, kann mich aufwerten und so mein Selbstbewusstsein steigern.? Je nachdem, in welcher Form dies passiert, fangen allerdings spätestens hier die Probleme an. Nicht allen, die in sozialen Netzwerken aktiv sind, ist bewusst, dass sie im Internet eine Datenspur hinterlassen, die nicht mehr beeinflussbare Folgen haben kann. Wenn etwa ein Mädchen aufreizende Fotos von sich ins Netz stellt oder ein Junge ?Absturz-Bilder? von einem Freund oder einem Konkurrenten postet, wird oft vergessen, dass diese Daten weiter im Internet zirkulieren und sofort oder irgendwann später im Leben negativ durchschlagen können (ganz abgesehen davon, dass die Rechte beim Bilderposten an die jeweilige Plattform, etwa an Facebook, gehen). ?Es ist ähnlich wie beim Rauchen?, so der Vergleich von Dominik Simon, ?den meisten sind diese Gefahren grob bekannt, aber richtig ernst genommen werden sie oft nicht.? Ein weiteres Problem der sozialen Netzwerke: Aufgrund der relativen Anonymität, mit der man sich in ihnen bewegt, sinkt die Hemmschwelle im Umgang mit anderen. Sehr leicht kommt es zur Verbreitung von Unwahrheiten und Gemeinheiten, wird der andere gezielt verletzt. Dabei wählen Jugendliche oft eine Sprache, die deutlich unter die Gürtellinie zielt. Auch an der Silberbergschule kam es diesbezüglich zu Vorfällen, die Dominik Simon dazu animierten, sich der Thematik anzunehmen. Im vergangenen Jahr waren dort 22 Schüler von intensiven Beleidigungen via Facebook betroffen. Der Jugendpfleger und die Schule gingen daraufhin eine Kooperation ein, der als ein Ergebnis ein Flyer entsprang, den Simon mit interessierten Schülern entwarf. In diesem werden die Vorteile, aber auch die Gefahren der sozialen Netzwerke thematisiert. Außerdem gibt es Tipps, wie man seine Person und seine Privatsphäre schützen kann, wenn man sich in Facebook oder im Schüler-VZ bewegt. Der Flyer bietet auch konkrete Hinweise, wie man sich verhalten sollte, wenn man mit fiesen, beleidigenden oder unwahren Kommentaren oder Darstellungen im Internet konfrontiert wird. Wichtig für den Jugendrefenten ist es, dass die Eltern bei der rasanten Entwicklung der neuen Medien nicht außen vor bleiben. Das Ergebnis seiner Umfrage bestätigt diese Haltung: 72 Prozent der befragten Jugendlichen würden sich wünschen, sich an die Eltern wenden zu können, wenn sie im Netz Probleme bekommen.

 
Nachricht vom 03.03.2012
zurück Diese Seite drucken
 
 
 
     
Impressum