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?Das kann eben kein Fernseher?
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Von Claudia Bötsch Schliengen-Liel . Gemeinsam in Erinnerungen schwelgen, lachen, schwätzen, auch ein bisschen wehmütig sein: All dies macht die Lieler Dorfabende von Günter Meyer so besonders. ?Das kann man vorm Fernseher nicht erleben?, sagt das Lieler Urgestein. Der Abend soll damit vor allem auch eine Gelegenheit sein, die Dorfgemeinschaft zu pflegen. Und die Resonanz, das Interesse in der Bevölkerung, gibt ihm Recht. Am kommenden Sonntag, 4. März, 18 Uhr, lädt Meyer bereits zur vierten Veranstaltung in die Schlossgartenhalle ein. Bislang war die Halle immer voll, über 200 Menschen kamen jeweils, um Meyers Betrachtungen zum alten Liel mitzuerleben. Garniert werden die Fotos mit vielen kleinen Geschichten und Erinnerungen, die Meyer in seiner unnachahmlichen Art zum Besten geben wird. Auch dieses Mal widmet er sich den Veränderungen im Dorf, die Zeitspanne reicht von der Jahrhundertwende um 1900 bis in die Gegenwart. 150 Dias dokumentieren das Dorfleben im Wandel der Jahrzehnte, mit all seinen Vereinen, Gebäuden, Betrieben, der Kirche und natürlich seinen Menschen, die Meyer in all ihren Facetten zeigt. Vieles habe sich geändert, manches leider auch zum Negativen. Dazu gehört auch das Vereinsleben, das nicht mehr so ausgeprägt ist wie früher. Auch gibt es aktuell kein einziges Gasthaus mehr im Ort. Einen Schwerpunkt legt der Hobby-Heimatforscher dabei auf den Bereich ?Landwirtschaft: früher und heute?. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in den 1950er und 60er Jahren, gab es noch viele kleine Bauernhöfe im Dorf. Auch Handwerksberufe waren vielfach vertreten. ?Fast jeder Haushalt hatte eine Kuh oder Schweine?, erinnert sich Meyer. Diese Tiere sicherten den Menschen damals auch die Existenz. Auch die Gebäude haben sich im Lauf der Jahrzehnte verändert. Damals hatte jedes zweite Haus noch einen Stall oder eine Scheune ? viele wurden mittlerweile zu Wohnhäusern oder Garagen umgebaut. Klassische Landwirte im Ort gibt es nicht mehr - geblieben sind zwei Aussiedlerhöfe. ?Das Interessanteste an meinen Vorträgen sind aber die Menschen und wie sie früher lebten?, sagt Meyer, der auch dieses Mal wieder einige Lieler Originale auf Leinwand bannen wird. Einer von ihnen ist Eugen Sprich, der regelmäßig die hölzernen Transportkisten für den Lieler Schlossbrunnen geflickt hat, weil er gelernter Schreiner ist. Das ist vielleicht auch für die Besucher das Spannendste, vermutet Meyer. Wenn sie auf den Dias bekannte Gesichter, ihren Vater oder eine Schulfreundin entdecken. ?Das ist das, was sie packt?. Auch im Vorfeld haben bereits viele Bürger Interesse gezeigt. Mit ganzen Fotoschachteln kamen sie bei Meyer vorbei. Er hat dann viele Stunden damit verbracht, Bilder zu sichten, auszusortieren und abzufotografieren. Seine Liebe zur Fotografie hat der gebürtige Lieler schon früh entdeckt. Bereits in den 1960er Jahren ist er in Liel von Haus zu Haus gegangen, hat die Gebäude und Menschen fotografiert. Außerdem hat er die Leute nach alten Fotgrafien, Dokumenten und Gemälden gefragt, die er abfotografierte. So ist mit den Jahren eine stolze Sammlung mit tausenden Dias und Fotos entstanden - darunter viele Raritäten wie alte Hochzeitsbilder.

 
Nachricht vom 02.03.2012
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