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?Lebendiges Beispiel fürs Ehrenamt?
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Die AWO-Vorsitzende Ina Pietschmann, Laudator Georg Diehl (von links) und B?rmeister J?n Multner (hinten rechts) w?gten mit Gru?orten das Wirken von Friedrich Dreher ? hier mit Ehefrau Wally. Foto: Ines Bode

Maulburg (ib). Dass Friedrich Dreher mit 88 Jahren noch so rüstig und rege ist, muss daran liegen, dass er nur alle vier Jahre Geburtstag hat, befand Bürgermeister Jürgen Multner zur Feier des Jubilars am 29. Februar. Doch nicht nur das ungewöhnliche Geburtstagsdatum gab den Anlass für die Gästeschar im Rathaus. Vielmehr weist das Schaffen des gebürtigen Auggeners eine lange Liste an Verdiensten und Tätigkeiten auf. Multner verwies auf die Ausstellung im Rathaus und sagte, Drehers Wirken reiche für drei Leben, er habe Spuren hinterlassen, die auch in der Zukunft Bestand haben. Mehr Einzelheiten zählte der Vorsitzende des Geschichts- und Kulturvereins, Georg Diehl, auf. Der Verein agierte auch als Veranstalter. Informativ wie launig beleuchtete Diehl die Vita Drehers, der als Kleinkind nach Maulburg kam und hier lebte, ausgenommen die Kriegsjahre. Sein Betätigungsfeld erstreckte sich vom Sport über Vereine und Chöre sowie der Gemeinde hin zu Kreis, Bezirk und Überregionalem. Auf besondere Weise setzte sich Friedrich Dreher für seinen Heimatort ein, 39 Jahre war das langjährige SPD-Mitglied im Gemeinderat tätig. Die Partei wählte ihn auch zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden. Drehers Engagement galt der örtlichen Begegnungsstätte und Heimen auf der Rütte und in Nordrach. Er war Schöffe, und seine Ehrenmitgliedschaft in mehreren Vereinen spricht für hohen Einsatz. Von seiner schöpferischen und dichterischen Ader profitierten Gedichtbände, das AWO-Liederbuch, die Narrezytig und 14 Ordner, gewidmet den Stammbäumen von Familien aus Maulburg und Umgebung. Diehl schloss seine Laudatio mit der Erkenntnis, Drehers Leben galt der Allgemeinheit. Ein Grußwort sprach ferner die AWO-Vorsitzende Ina Pietschmann. Angesichts von 26 Jahren im AWO-Vorstand sei Dreher das lebendige Beispiel fürs Ehrenamt. Noch immer zehre die AWO von seinen guten Kontakten zur örtlichen Industrie. Der Jubilar sei stets weltoffen und fair gewesen, heute sei er ein jung gebliebener Kämpfer und Vorbild. Als solches ließ er ? der von seiner Familie begleitet wurde - es sich nicht nehmen, die Gäste mit vielen Episoden aus seiner Jugend und seinem Wirken zu unterhalten. Ein Teil seiner Schilderung galt den schweren Kriegsjahren. Freude drückte Dreher darüber aus, von so vielen Menschen anerkannt zu werden. Einigen Weggefährten überreichte er eine Flasche seines ?berühmten? Selbst gebrannten. Musikalisch umrahmte die Feier der Männerchor. Ein Solo lieferte Kurt Marqua. Johann Peter Weinhardt vom Maulburger Männerchor sprach den letzten Satz, bevor die Gläser erklangen: ?Der Verein freut sich, eine derart schillernde Persönlichkeit in ihren Reihen zu haben.? Die Ausstellung des Maulburger Geschichts- und Kulturvereins über Friedrich Dreher ist noch bis zum 7. März während der Öffnungszeiten im Rathaussaal zu sehen.

 
Nachricht vom 03.03.2012
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