Von Marie-José Rosenwald Lörrach. Mit der Aufforderung ?Steht auf für Gerechtigkeit? feierten am Freitag Frauen in 170 Ländern und konfessionsübergreifend den Weltgebetstag. Frauen aus Malaysia hatten in diesem Jahr die Gottesdienstordnung entworfen, die im Mittelpunkt der Feier in St. Fridolin stand. Auf der ganzen Welt wird am gleichen Tag nach der gleichen Ordnung gesungen und gebetet, die Besucher erhalten einen Einblick in die Lebenssituation von Frauen in einem ihnen oft fremden Land, in diesem Jahr Malaysia. Flächenmäßig etwas kleiner als Deutschland und zu den 15 bedeutendsten Handelsnationen weltweit zählend, ist Malaysia ein multiethnisches und multireligiöses Land. 28 Millionen Einwohner leben in den zwei Teilen des asiatischen Landes, einem Westteil mit der Hauptstadt Kuala Lumpur und einem Ostteil auf der Insel Borneo. Neben Malayen gibt es Chinesen, Südasiaten und Nachkommen der Ureinwohner. Islam ist Staatsreligion, knapp 40 Prozent der Einwohner sind Buddhisten, Hinduisten und Christen. Malaysia hat die höchste Alphabetisierungsquote Asiens, 40 Prozent aller Erwerbstätigen sind Frauen. Viele beschäftigen als Haushaltshilfe Migrantinnen aus Indonesien und den Philippinen, deren schlechte Lebensbedingungen der Weltgebetstag in diesem Jahr in den Fokus nahm. Kein Arbeitsvertrag, keine Freizeit, bedroht und körperlicher Gewalt ausgesetzt ? so sieht deren Alltag in Malaysia häufig aus. Sich mit diesen Frauen zu solidarisieren und für deren Rechte zu kämpfen, sei ihre Aufgabe, so die Christinnen aus Malaysia in Texten der Gottesdienstliturgie, sie hätten jedoch oft nicht den Mut dazu und fürchteten Repressalien durch die Behörden. Die Sozialarbeiterin Irene Fernandez bewies mit der Gründung der Organisation ?Tenaganita? (Frauenkraft) in Malaysia diesen Mut, für den sie jedoch mit Verleumdungen und einem 13 Jahre dauernden Rechtsstreit einen hohen Preis zahlte. Mit Gesetzesänderungen gegen häusliche Gewalt und bei Vergewaltigungen erzielte die Organisation erste Erfolge. Jetzt legt sie den Schwerpunkt auf den Kampf gegen Menschenhandel. Mit ihrer Spende unterstützten die Besucher in St. Fridolin die Frauen in Malaysia in ihrem Kampf für Gerechtigkeit und forderten mit Unterschriften die Regierung in Malaysia auf, die von der Internationalen Arbeitskommission erarbeitete ?Konvention über menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte? in nationales Recht umzusetzen.