Brückentage Mal ehrlich, liebe Leser: So richtig zum Protzen hat Schopfheim nicht eben viel " von der weltweit einmaligen Nordumfahrung mal abgesehen. Da ist es nachgerade ein Glücksfall, dass das Städtli einen Haufen Brückli hat, von denen die meisten in einem Super-Top-Spitzen-Klasse-Zustand sind. Was den Brückenzustandskataster angeht, ist Schopfe jedenfalls einsame Spitze. So gesehen ist die Markgrafenstadt glatt eine Art "Brügge des Wiesentals" " ähem. Kommt irgendwie ja auch nicht von ungefähr, diese Brückenaffinität, wo man in dieser Stadt lokalpolitisch doch schon mal gerne sämtliche Brücken hinter sich abreißt, wenn einen die Innenstadt nicht autofrei genug oder der geplante Stadtplatz viel zu neumodisch dünkt. Und so manche kommunalpolitischen Grabenkämpfe enden ja ähnlich verlustreich wie das berühmte letzte Gefecht an der Brücke von Remagen. Wohl wahr: eine Golden Gate hat Schopfheim nicht zu bieten, dafür aber die eine oder andere Hängebrücke " denken Sie nur an das zähe Gewürge bei der Windkraft oder die Ausweisung künftiger Wohnbauflächen. Und beschleicht uns nicht alle das Gefühl, dass die Stadt in Sachen Uehlin-Areal drauf und dran ist, wenn nicht Luftschlösser, so doch Luftbrücken zu bauen" Und sich über Investoren, Ladenflächen und Wirtschaftlichkeitsprognosen gar den Brückenkopf zu zerbrechen" Wo das endet, wissen wir auch: mit Sicherheit auf der Seufzerbrücke! Kurzum: Brückentechnisch steckt in dieser Stadt ein gewaltiges Potenzial. Sie sollte mit diesem Pfund denn auch wuchern und ungeniert ein paar zusätzliche Brücken schlagen " es müssen ja nicht dauernd irgendwelche Eselsbrücken sein. Aber damit zum Beispiel endlich etwas mehr Vorwärtsdrang ins Rathaus kommt, wäre vielleicht eine Zugbrücke hilfreich " zur Not auch eine ohne Brückenheiligen. Für uns Untertanen hätte so eine Art (B)rückenwind fürs Städtli übrigens auch was Gutes, nämlich ein paar handfeste Gründe mehr zum Feiern " an den Brückentagen natürlich.