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"Joker" Keck ist der Matchwinner
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Von Mirko Bähr Weil am Rhein. Schüchtern, ja fast schon peinlich berührt steht Sebastian Kerk, der Rotschopf, nach der Partie auf dem grünen Rasen. Gerade hat die deutsche U18-Nationalmannschaft ihr Länderspiel gegen Frankreich mit 2:0 im Weiler Nonnenholz dank seines Doppelpacks gewonnen. Am vergangenen Mittwochabend habe er erst von seiner Nominierung erfahren, so Keck, der seit vier Jahren in der Freiburger Fußballschule aktiv ist und sich dort seinen großen Traum erfüllen möchte - nämlich den eines Fußballprofis. Das hatten alle Nachwuchskicker gestern gemeinsam, die vor gut 2500 Fans, darunter viele Kinder und Jugendliche, in Weil am Rhein gegen das runde Leder traten. Für die deutschen Kicker ging es einmal mehr auch darum, sich für die EM-Quali im Herbst zu empfehlen. Eine Castingshow sozusagen. Dieser Druck, und auch die Tatsache, dass man nur wenige Tage im Jahr bei der Nationalmannschaft trainiert und damit das blinde Verständnis natürlich nicht vorhanden sein kann, machte sich in Halbzeit eins bemerkbar. Es wurde Fußballmagerkost geboten, was auch der deutsche Trainer Christian Ziege im Anschluss so sah: "Schön war's nicht". Statt den Ball schnell zu machen, wurde er zu lange am Fuß behalten. So gab es viele Quer- und Rückpässe. Chancen waren Fehlanzeige. Nach einer zähen ersten Hälfte gab es dann eine engagiertere, lauffreudigere deutsche Elf in Hälfte zwei zu bewundern. Und nun durfte auch gejubelt werden. In seinem erst vierten Einsatz für das Team mit dem Adler auf der Brust traf Sebastian Kerk, der erst nach der Pause ins Spiel kam, nach 70 und 85 Minuten ins gegnerische Netz und avanchierte so in Weil ("da war ich mit dem SC schon öfter) zum Matchwinner. Für die Deutschen war es der vierte Sieg in Folge und für Kerk ein "tolles Erlebnis". Auch weil die Teamkollegen "coole Jungs" sind. Cool und bodenständig: Denn die DFB-Youngsters, davon durfte man sich nach dem Auslaufen überzeugen, putzen ihre Kickschuhe selbst - noch.

 
Nachricht vom 21.03.2012
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