Bad Bellingen-Rheinweiler (jut). Das große Thema der Ortsbegehung in Rheinweiler war die Lärmbelästigung durch die Kies- und Erdtransporte durch den Ort sowie das hauptsächlich von den Lastwagen ausgehende Gefahrenpotenzial für Kinder und Erwachsene. Mehr als 20 Bürger und Gemeinderäte hatten sich am Dorfbrunnen eingefunden. Hier zog Bürgermeister Christoph Hoffmann Bilanz über die bereits erledigten Kritikpunkte und sammelte neue Anliegen. Unerfreulich ist die Situation am Hang unterhalb der Rotbergerstraße. Dort wird nach wie vor wilder Müll abgelagert. Eine Bürgerin berichtete, dass nun, da dort das Gehölz entfernt worden sei, der Müll bei Starkregen auf die darunterliegende Autobahn rutschen könnte und bat Hoffmann, mit der Autobahnmeisterei oder dem Landkreis Kontakt aufzunehmen, was der Bürgermeister nun schnell tun will. Abgeladen wird der Müll wohl nachts von Autofahrern, vermutete Hoffmann. Ärgerlich ist zudem die Parksituation gegenüber einem Tor zum Pflegeheim Schloss Rheinweiler. "Dort parkt", so berichtete ein Anwohner, "jeden Tag derselbe teure große Wagen direkt im Kurvenbereich in der Einfahrt." Die Gemeinde will in diesem Bereich der Schlossstraße nun einseitig ein Parkverbot aussprechen. Dass der Dorfbrunnen derweil nur tröpfelt, hat vermutlich mit einem Schaden aus der Frostperiode zu tun. Bauhofleiter Christian Koch berichtete, dass aber bereits eine Leitung repariert sei. Von der Elterninitiative, die im Landratsamt eine Unterschriftenliste für die Einrichtung einer Ampel am Zebrastreifen abgegeben hat, kamen viele Beschwerden. "Wann gedenkt die Gemeinde dafür zu sorgen, dass eine Verkehrszählung stattfindet", fragte eine Mutter. Theo Dosenbach verwies darauf, dass der Verkehr in den vergangenen zehn Jahren im Ort immer schlimmer geworden sei. Thilo Schlecht stellte fest, dass man in Rheinweiler kleinere Kinder unmöglich allein auf dem Bürgersteig entlang der Burgunderstraße laufen lassen könne. Selbst Personen auf dem Zebrastreifen würden ignoriert, eine Mutter sei mit Kinderwagen auf dem Streifen gewesen und dann von einem ungeduldigen Lastwagenfahrer noch mit Gesten bedroht worden, worauf man diesen angezeigt habe. "Das Verfahren wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt, wozu sollen wir also Verstöße notieren", berichtete eine Mutter verbittert auf den Vorschlag Hoffmanns, Verkehrsverstöße mit Kennzeichen, Grund und Uhrzeit direkt ins Rathaus zu melden. Hoffmann erläuterte, dass die Verkehrsschau in der vergangenen Woche bereits zum dritten Mal kurzfristig abgesagt worden sei (wir berichteten). "Eine Antwort darauf, ob eine Verkehrszählung stattgefunden hat, habe ich auch noch nicht erhalten", meinte er. Warum die Kies- und Erdaushub-Transportlaster nicht die Autobahn für ihre Fahrten von Efringen-Kirchen-Kleinkems nach Auggen und Neuenburg nehmen, erschloss sich den Bürgern nicht. "Die rechnen mit jedem Kilometer", erklärte Hoffmann, der nun wieder "dem Landratsamt auf die Füße steigen" und zudem die neue Landrätin zur Verkehrsschau einladen will.