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EdF baut einen Pass für den Biber
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Umfangreiche Ausgleichsma?ahmen sind im Zuge der Neukonzessionierung f?as EdF-Kraftwerk Kembs geplant. Auch die Rheininsel (r.) gegen? M?t soll deutlich aufgewertet werden. Das Luftbild zeigt die Staustufe Kembs - im Hintergrund das M?ter Stauwehr. Foto: EdF

Von Jasmin Soltani Weil am Rhein. Die neue Konzession für das Kraftwerk Kembs des französischen Energiekonzerns EdF wird die Landschaft beim Stauwehr Märkt und auf der Rheininsel verändern. Denn das Unternehmen muss umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen umsetzen. Dazu gehört als einziges Projekt auf deutscher Seite ein Biberpass südlich des Stauwehrs, das vom Trinationalen Umweltzentrum (Truz) geplant wurde. Einen Überblick über das gesamte Bündel von Ausgleichsmaßnahmen gaben am Montag im Bau- und Umweltausschuss die Projektverantwortlichen der EdF, Alain Garnier und Francois Tissier. Neben der zentralen und mittlerweile erfüllten Forderung nach einer höheren Restwassermenge für den Rhein (siehe weiteren Bericht) hatte die deutsche Seite eine Vernetzung von Lebensräumen vorgeschlagen. Die Wiederansiedlung des im 19. Jahrhundert als ausgestorben geltenden Nagers lag dabei nahe, wurden die streng geschützten Tiere doch mittlerweile weiter rheinaufwärts zwischen Bodensee und Birsfelden wieder erfolgreich angesiedelt. "Wanderbewegungen flussabwärts haben begonnen, weil weiter östlich alle Biberplätze belegt sind", teilte Dr. Michael Wilke, der Leiter des Naturschutzdienstes beim Truz, mit. Mit Biberspezialisten aus der Schweiz und der Biberbeauftragten im Regierungspräsidium Freiburg wurde ausgelotet, wo dem Nager eine passende Ausstiegshilfe aus dem Rhein angeboten werden kann, über den er rasch in den Drainagekanal gelangen kann, um sich weiter flussabwärts im Rhein ein neues Nest zu schaffen. Wichtig für die Standortwahl war deshalb ein möglichst großer Abstand zum Park- und Picknick-Platz am Stauwehr, aber auch ein möglichst geringer zu Stauwehr und Drainagekanal. Nun soll den Nagern dort, wo der Drainagekanal vom Rhein abbiegt, südlich des Bunkers aus dem Weltkrieg, die Ausstiegsmöglichkeit über Holzplanken ermöglicht werden. Dann sind dichtes Unterholz und Sträucher notwendig, in deren Schutz er zum Drainagekanal laufen kann. Im Ausstiegsbereich sollen neue Bäume und Sträucher gepflanzt werden, allerdings müssen auch einige Bäume entfernt werden. Zudem muss der Rheinuferweg leicht verlagert werden. Die weitgehend vollständigen Unterlagen sollen nun zur Genehmigung beim Wasser- und Schifffahrtsamt, bei der Stadt Weil am Rhein und beim Landratsamt Lörrach eingereicht werden. Denn das Vorhaben benötigt eine wasserrechtliche, eine baurechtliche und eine naturschutzrechtliche Genehmigung. Wenn alles zügig läuft, könnte der Biberpass bis zum Winter 2013 stehen. Und weil die Nager auch das Interesse von Spaziergängern anziehen dürften, soll der Biberpass mit Info-Tafeln versehen werden.

 
Nachricht vom 22.03.2012
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