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Basel: Vorbild für Lörrach"
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L?ch und Basel haben ?liche verkehrspolitische Ans?e, gleichwohl unterscheiden sich die Rahmenbedingungen beider St?e teilweise erheblich. Archivfoto: Bernhard Konrad

Von Bernhard Konrad Lörrach. Ist stadt- und umweltgerechte Mobilitätspolitik möglich" Und: Was kann Lörrach von den Verkehrsstrategien des Kantons Basel-Stadt lernen" Diese Fragen standen im Zentrum des gut besuchten SPD-Bürgergesprächs am Dienstagabend im "Lasser". Alain Groff, Leiter des Amts für Mobilität im Kanton Basel-Stadt, skizzierte zunächst Facetten der Basler Verkehrsplanung. Seine Behörde verfolgt ein Ziel " der Auftrag lautet: "Wir bringen städtische und regionale Mobilität mit urbaner Wohnqualität und wirtschaftlicher Standortgunst in Einklang." Das hört sich freilich nach jener "Eierlegenden Wollmilchsau" an, die stets unerreichtes Idealbild bliebt. Dahinter steckt aber unter anderem der Ansatz, dass ambitionierte Zielvorstellungen und sorgfältige Planung als Voraussetzung für die Annäherung an ein Leitbild unerlässlich sind. In Basel wurde zu Beginn des vergangenen Jahres ein neues Verkehrskonzept durch den Großen Rat beschlossen, das eine Neuorganisation des Verkehrs im Stadtkern vorsieht. Tempo 30, Fußgänger- und Velozone und der Vorrang des öffentlichen Verkehrs vor dem motorisierten Individualverkehr (MIV) sind Säulen dieses Konzepts. Vor diesem Hintergrund sei es kein Wunder, dass manch ein deutscher Autofahrer behaupte, die Verkehrssituation in Basel sei "schlimm". Groff vermied jede Aussage zur Lörracher Verkehrsproblematik, aber er stellte die eine oder andere Frage in den Raum: Warum fahren viele Lörracher nach Basel mit dem Tram und viele Schweizer mit dem Auto nach Lörrach" Nur wegen des Einkaufs" Oder sind die Rahmenbedingungen für Autofahrer in Lörrach einfach attraktiver als der ÖPNV" In Basel wie in Lörrach gehören indes die Förderung des ÖPNV und nicht motorisierter Mobilität sowie die Reduktion des Autoverkehrs zum Programm. Bei rund 90 Prozent auf die Stadt bezogenem Ziel- und Quellverkehr bringe die bloße Umleitung des MIV letztlich nicht viel. Eine Veränderung der Situation müsse über die Förderung anderer Verkehrsformen erreicht werden, sagte denn auch Manfred Steinbach, der den Abend moderierte. Auch deshalb sollte die Stadt darüber nachdenken, ob die Anzahl der Stellplätze für das Post-Areal nicht reduziert werden sollte. Bernhard Escher vertrat die These, Schweizer Kunden kämen nur nach Lörrach, so lange die Anfahrt mit dem Auto attraktiv bleibe. Diese Annahme konnte Groff nicht unterstützen. Zahlreiche Basler, auch mit höheren Einkommen, verzichteten mittlerweile auf das Auto. "Die Frage, welches Verkehrsmittel genutzt wird, beantworten die Bürger für sich fast immer pragmatisch und nicht ideologisch. Entscheidend ist, wie die Rahmenbedingungen für das Verkehrsmittel aussehen" Fachbereichsleiter Walther Schwenzer ergänzte: "Die Frage ist: Wie gehen wir mit dem Verkehr in der Innenstadt um" Ist es notwendig, den Verkehr nah an die Innenstadt heranzuführen" Oder soll der Verkehr lediglich bis zu bestimmten Punkten an- und abfahren dürfen"" Ein Bürger aus Binzen wies darauf hin, dass der gesamte Einzugsbereich Basels deutlich besser an den ÖPNV angebunden sei: "Samstags sind in Lörrach die Geschäfte noch offen, wenn in Binzen kein Bus mehr fährt. Mir bleibt gar nichts anderes übrig, als mit dem Auto zu fahren." Konsens war die Notwendigkeit einer Klausurtagung zum Thema Verkehr. "Dabei sollten alle mit ins Boot genommen werden, die etwas mit dem Thema zu tun haben", forderte Hans-Dieter Boehringer.

 
Nachricht vom 22.03.2012
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