Von Leah Meissner Für sechs Monate alleine nach Ecuador reisen, ohne ein Wort Spanisch zu sprechen" Selina Rouff aus Brombach hat das Abenteuer nach ihrem Abitur gewagt - und wer sie über ihre Zeit in Südamerika sprechen hört, merkt sofort: Sie bereut keinen Tag ihres Auslandaufenthaltes. "Es war die beste Erfahrung meines Lebens", sagt die 19-Jährige strahlend. Seit einer Woche ist wieder in Deutschland und wird demnächst wohl ein Praktikum in Lörrach beginnen. "Aber ein bisschen Fernweh hab' ich jetzt schon", gesteht sie. Ohne jegliche Spanischkenntnisse, trat Selina ihre Reise an. "Am Anfang hab' ich mich mit Füßen und Händen verständigt", erzählt sie. Doch das sei kein Problem gewesen, denn man lerne schnell, wenn es nicht anders geht. Riobamba, eine Stadt in der Mitte Ecuadors mit rund 150 000 Einwohnern war Selinas Wohnort für die sechs Monate. In der Schule, in der sie tagsüber unterrichtet hat, schlief sie. "Die erste Woche war schon hart", beschreibt die Brombacherin. Doch sie sei ein offener Mensch und habe schnell Anschluss gefunden, fügt sie hinzu. Und wenn ihr doch mal Zweifel kamen, hat sie einfach aus dem Fenster geschaut und sich die Vulkane angesehen. "Wenn man das sieht, weiß man wieder, warum man hier ist", sagt sie. Außerdem bewundere sie die Lebensweise der Einheimischen, die trotz der Armut glücklich und offen seien. "Die Ecuadorianer machen aus allem ein Fest und sie geben so viel, obwohl sie nichts haben", beschreibt die 19-Jährige. "Ich habe in dieser Zeit mehr über das Leben gelernt, als die ganzen Jahre zuvor", macht Selina deutlich, wie wertvoll der Auslandsaufenthalt für sie ist. Selinas Anliegen ist es, andere junge Menschen dazu zu motivieren, diesen Schritt auch zu wagen. Gerade nach dem Abitur sei der passsende Zeitpunkt für so ein Abenteuer, da man durch so eine Erfahrung viel über sich selbst lerne. "Man muss sich aber auch über die ärmlichen Verhältnisse bewusst sein", sagt Selina und fügt hinzu: "In diesem kleinen Land gibt es eine Vielfalt. Das ist der Hammer".