Von Renata Buck Weil am Rhein-Ötlingen. Nach einem disziplinierten Aufmarsch von beiden Seiten der Halle formierten sich die Gesangvereine "Eintracht" Ötlingen und "Eintracht" Binzen auf der Bühne zu einem beachtlichen Chorkörper. Ulrich Kunzendorf, Vorsitzender des Ötlinger Gesangvereins, konnte in der vollbesetzten Halle Vertreter der Stadt, des Kulturrings, die Ötlinger Ortsvorsteherin Helene Brombacher und die Ötlinger Pfarrerin Bertina Müller begrüßen. "In 80 Tagen rund um die Welt" war das Thema des gelungenen Familienabends " nein, nicht nach dem Roman von Jules Verne, sondern nach der "wahren Originalerzählung" seines englischen Zeitgenossen Rodney Pilcher, des vorgeblichen Großvaters der allseits bekannten Rosamunde, den Dr. Rudi Hauger als Erzähler überzeugend darstellte. Die Binzener Sänger begleiteten die Ötlinger Globetrotter auf ihrer Reise. Kurzweiliger als die üblichen abwechselnden Auf- und Abmärsche der beteiligten Chöre war der durchgehend gemeinsame Bühnenauftritt, bei dem sich die Ötlinger Sänger unter ihrem Dirigenten Eckhard Gab und der Binzener Gesangverein unter Alejandro Prieto mit abwechselnden Beiträgen gegenseitig die Bälle zuspielten, jeweils mit "fliegendem Wechsel" ihrer Pianisten Evelyn Marinelli (Binzen)und Michael Herr (Ötlingen), wobei anscheinend der romantischere Teil der Lieder auf die Binzener entfiel. Auslöser der Weltreise mit Startland Polen war die Aufforderung einer des Landlebens müden Frau: "Theo, wir fahrn nach Lodz". Mit diesem Titel folgten die Ötlinger mit schönem homogenem Klang willig den flotten Rhythmen des Pianisten. Während seine Frau, wie der Erzähler berichtet, wieder nach Hause zurückkehrt, packt Theo die brennende Sehnsucht nach dem Unbekannten. Von den Binzener Sängern dokumentiert, führt ihn sein Weg zu den Dalmatinischen Fischern nach Jugoslawien (Tenorsolo: Volker Aenis) und weiter nach Ungarn, dessen "Feurige Herzen und roter Wein" ihn hinreißen. Doch Theo ahnt, vermittelt der Erzähler: Das Tiefgründige liegt im Osten. Von Piroska zu Natascha, vom Wein zum Wodka führen ihn die Ötlinger nach "Moskau" , wo Theo eine exquisite kleine Zauberschau erlebt, locker dargeboten von der "wonder-company welzel". Die Suche nach Weisheit führt nach China, von dort in die große Freiheit nach Mexiko und in die USA. Mit dem ausdrucksstarken Solo "I did it my way" dokumentierte Eckhard Gab, dass Theo nun seinen eigenen Weg gefunden hat. Er findet sich in Afrika wieder, das sich von einer friedlichen Seite zeigt: Der Löwe schläft heut Nacht (Tenorsolo: Fritz Güthlin). Schließlich bereist Theo noch England, Holland, Frankreich, Italien und die Schweiz, und der Erzähler resümiert über das veränderte Weltbild, mit dem Theo schließlich nach Hause zurückkehrt. "Ein Freund, ein guter Freund" " von beiden Chören gemeinsam gesungen " hat ihm auf der Reise doch gefehlt. Den Epilog "Das Leben ist voller Magie " aber es war doch alles nur geträumt" begleitete eine fulminante weitere Zauberschau. Kunzendorf dankte Gab, der aus beruflichen Gründen den Ötlinger Gesangverein aufgibt, für eine gute Zeit miteinander. Gab bedankte sich statt einer Rede mit dem bewegenden Vortrag seines Lieblingsliedes "You raise me up". Bei Tanzmusik von "Männi und Fritz", Barbetrieb und Ausgabe der Tombolagewinne verweilten viele Gäste noch lange.