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Nur mit dem Klavier auf und davon
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Gl?ten in Heidi Knoblichs St?"Coffee bei Madame Weber": Kammerdiener Beppi (Egon Klauser) und C?lia Weber (Isolde Polzin). Foto: Heiner Fabry

Zell (hf). Mit "Coffee bei Madame Weber" machte Heidi Knoblich in ihrem Jahres-Panorama "Webers Reigen" das Publikum einmal mehr auf unterhaltsame Weise mit einem Stück lebendiger Heimatgeschichte bekannt. Heidi Knoblich sagte in ihrer Inszenierung "die Wahrheit", wie es mehrfach im Stück hieß. Auch wenn diese für die Zeller Bürger der früheren Zeit nicht immer schmeichelhaft war. So wurde bei "Coffee" und einem Stück Geburtstagstorte die Vergangenheit lebendig und gleichzeitig ein Stück Wiedergutmachung an der Familie Weber geleistet. So humorig die Begrüßung durch Kammerdiener Beppi auch war, das Thema hatte seine ernsten Seiten. Die Gäste strömten ins Café Fräulin und trafen Madame Cäcilia Weber an, die an ihrem Patiencetisch eingenickt war. Madame hatte neben viel Kummer auch eine gewisse Vorliebe für geistige Getränke, wie Diener Beppi diskret andeutete. Durch den Trubel erwacht, macht Madame erst einmal ihrer Seele Luft. Verleumdet habe man sie, wie auch ihre Tochter Constanze. "Kupplerin" habe sie der Vater Leopold Mozart geheißen, der auch sonst kein gutes Haar an der Familie Weber gelassen hatte. Nur weil sie genötigt gewesen war, Zimmer zu vermieten, und weil sie drei ledige Töchter hatte. Warum Vater Mozart nachhaltig verschnupft war, wurde schnell deutlich. Eng verbunden durch die Musik war Wolfgang mit Fridolin Weber, Constanzes Vater, und in einem Brief an Vater Leopold hatte Wolfgang die Webers "wie Vater und Mutter" bezeichnet. Das hatte dem alten Herrn wohl wenig gefallen. Und wie war das mit der Heirat von Constanze und Wolfgang, wollte Diener Beppi wissen. Habe Madame den Wolfgang wirklich erpresst" Na ja, erpresst hatte sie ihn wohl nicht. Aber nachdem er zuerst Aloysia den Kopf verdreht und dann sich Constanze zugewandt hatte, habe sie ihm schon deutlich gemacht, dass innert drei Jahren Hochzeit zu feiern sei. Und als sie ihm nach der Entführung Constanzes mit der Polizei gedroht habe, wenn die Liaison nicht amtlich werde, "da hat er sie geheiratet", räumte Madame ein. Aber aus Zell sei man nur weg gegangen, weil sie " Madame Weber " nicht habe in der Provinz versauern wolle. Die Serviererin Heidi Knoblich, die die Melange brachte, ermahnte Cäcilia Weber nachdrücklich: "Sagen Sie die Wahrheit, Madame." Es brauchte noch ein wenig Zuredens von Diener Beppi und den einen oder anderen Likör, auch noch ein "Cognacerl", bis Madame Weber dann in Zell von den Zellern erzählte. Der Baron von Schönau habe auf sehr großem Fuß gelegt, immer wieder seine Amtsleute "angeborgt" und als kein Geld mehr da war, zu "schludriger Buchführung gezwungen". Und die Zeller" "Von Unterschlagung haben sie gesprochen, eingesperrt gehört er, haben sie gerufen", klagte Madame Weber. Im bitterkalten Winter weigerten sich die Zeller, der Familie Weber Holz zum Heizen zu verkaufen. "Dielen und Möbel haben wir verheizt, damit die Kinder warm hatten", so Cäcilia Weber. Und dann mitten im Dezember habe man sie davon gejagt. "Wir nehmen nur das Nötigste mit", hatte Fridolin Weber gesagt. Und das war das Klavier. Bei der Erinnerung musste Madame Weber dann doch ein wenig lächeln. Es war ein ganz großartiges Stück Heimatgeschichte, das Heidi Knoblich zur Aufführung brachte. Neue Erkenntnisse unterhaltsam und mit viel Liebe präsentiert. Die Begeisterung des Publikums hoch verdient.

 
Nachricht vom 26.03.2012
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