Lörrach. Nach der Einführung des Flächenmanagements der Stadt Lörrach legt der Fachbereich "Stadtplanung, Baurecht und Umwelt" den fünften Zwischenbericht mit Stand Dezember 2011 vor. Aus ihm geht hervor, dass die Baulücken im Stadtbereich weiter abnehmen. "Trotz der Ausweisung neuer Baugebiete in den vergangenen Jahren, wie beispielsweise Im Hösler in Brombach, Am Schlosswegli in Haagen und im Baugebiet Neumatt in Hauingen, konnte seit 2006 eine kontinuierliche Abnahme der Baulücken um rund 133"000 Quadratmeter auf nunmehr rund 362"000 Quadratmeter verzeichnet werden", so die stellvertretende Fachbereichsleiterin Britta Staub-Abt. 2011 verringerten sich die Wohnbauflächen um zirka 10.000 Quadratmeter, obwohl durch das Baugebiet Neumatt mehr als 8000 Quadratmeter Wohnbaufläche hinzugekommen waren. Bei den Gewerbeflächen ist ein Rückgang um rund 11"900 Quadratmeter zu verzeichnen. Nennenswerte Baulücken für Wohnzwecke - mehr als 30 Prozent - waren im Dezember 2011 nur noch in drei Baugebieten vorhanden: Auf Eggen II, Neumatt und Am Schlosswegli. Mittlerweile liegen jedoch zahlreiche Baugesuche vor, so dass in diesem Jahr vermutlich der Anteil der Baulücken in diesen Gebieten auf zehn Prozent oder weniger sinkt. Bei einem Anteil der Baulücken von unter 10 Prozent wird von einem bebauten Gebiet gesprochen. Wie in den vergangenen Jahren zeigt der Bericht, dass eine Abnahme der Baulücken in älteren Bau-gebieten und von Innenbereichsflächen nur langsam voranschreitet, wobei der Druck auf diese Flächen zunimmt. Gerade in älteren Baugebieten kann auch beobachtet werden, dass große Grundstücke bei einem Generationen- und Eigentümerwechsel oft geteilt werden und somit eine Nachverdichtung erfolgt. Insgesamt wurden mehr als 270 Anfragen seitens des Fachbereichs Stadtplanung, Baurecht und Umwelt an Eigentümer versandt, wovon rund 20 Prozent mitteilten, dass ihre Grundstücke derzeit nicht zum Verkauf stehen. Dies entspricht rund 39"000 Quadratmetern. In den Baugebieten, in denen die Stadt über die Grundstücke verfügt, sind nach wenigen Jahren keine Baulücken vorhanden. Dies spricht für die städtische Grundstückspolitik mit dem Abschluss von Optionsverträgen vor Erschließung des Baugebietes. Auch wenn es mit der Abnahme der Baulücken zunehmend schwieriger wird, die Wünsche der Bauwilligen zu erfüllen, lohnt sich das Flächen-Management für die Stadt Lörrach. Neben dem Ziel, Eigentümer und Käufer zusammenzuführen, erhält die Stadtverwaltung einen Überblick, welche künftigen Bauflächen benötigt werden. Auch beginnt der eine oder andere Eigentümer über einen Verkauf nachzudenken. Stark nachgefragt werden trotz der hohen Grundstückspreise immer noch Einfamilien- und Doppelhäuser, gefolgt von Reihenhäusern. Das Interesse an Flächen für Mehrgenerationenwohnen oder Bauherrengemeinschaften hat zugenommen. Bei der Aufstellung des Flächennutzungsplanes gingen die Fachleute davon aus, dass bis zum Jahr 2022 rund 30 Prozent der 2007 vorhandenen Baulücken (ca. 30 ha) aktivierbar sind. Bisher konnten jedoch in vier Jahren bereits deutlich über 20 Prozent der Flächen bebaut werden.