Von Mirko Bähr Basel. Auf dem grünen Rasen ist er kompromisslos, geht immer dahin, wo es besonders weh tut. Hat er den Ball erobert, dann ist er die Ruhe selbst. Völlig unaufgeregt spielt er den Pass zum Mitspieler, zentimetergenau. Das sind die Fähigkeiten, die Benjamin Huggel zu einer festen Größe beim FC Basel machen. Oder besser gemacht haben: Denn der Zahn der Zeit nagt auch am Baselbieter. Er ist nicht mehr Unumstritten, die Konkurrenz ist groß. Und sie wird noch größer, wie ihm sein Coach Heiko Vogel ehrlicherweise erklärt hat. Gerne hätte der Münchensteiner noch ein, zwei Jahre dran gehängt. Doch dann entschied er sich anders. Neben dem Platz ist Huggel eine echte Frohnatur, immer für einen Spaß zu haben, und, und das ist in Basel natürlich gar nicht so unwichtig, Huggel dichtet Schnitzelbänke, die er dann auf dem Casino-Balkon am Barfüßerplatz zum Besten gibt, wenn die Basler gebührend ihre Titel feiern. Das ist Kult. Und das war in der Ära Huggel schon zehnmal der Fall. Sechs Schweizer Meisterschaften und vier Pokalsiege schlagen zu Buche. FCB-Legende Karl Odermatt durfte "nur" achtmal feiern. Und man muss kein Prophet sein, auch in dieser Saison wird der FCB mindestens einen "Kübel" in die Höhe recken. Über 500 Partien wird der Routinier dann bestritten haben in 14 Profijahren. Zwölf davon verbrachte er beim FC Basel, zwei bei der Eintracht aus Frankfurt in der Bundesliga. Huggel und der FC Basel, das war bislang eine Erfolgsgeschichte, und soll es auch bleiben. Denn er entschied sich, das Angebot des Vereins anzunehmen. Ein Angebot, dass ihm den Schritt in das Leben nach dem Profifußball ebnen soll. Huggel wird Co-Trainer der U21 und hin und wieder ins Trikot des Nachwuchsteams schlüpfen. Außerdem soll der Inhaber des C-Trainerdiploms Defensivtrainer der FCB-Fußballschule werden. Ihm selbst gelang erst im Alter von 21 Jahren den Schritt zu den Profis. Nicht weniger als 436 Wettbewerbsspiele absolvierte er seither in Meisterschaft, Pokal und Europacup. Dazu kommen 41 Länderspiele für die Eidgenossen, für die er im Oktober 2009 gegen Luxemburg das 1000. Tor per Kopf erzielte. "Angesichts seiner immensen Erfahrung ist der FCB glücklich, einen weiteren eigenen Spieler künftig in der Ausbildung des Nachwuchses einsetzen und so dem Verein erhalten zu können", teilt der FC Basel mit. Huggel ist nicht der einzige FCB-Kicker, dem der Verein eine Perspektive nach der Profilaufbahn gibt. Karl Odermatt ist im Marketing involviert, Mitglied des Verwaltungsrates ist Adrian Knup, Ruedi Zbinden der Chefscout. Erst vor wenigen Tagen kehrte Kultkicker Massimo Ceccaroni zu den Rotblauen zurück. Er wird künftig dem Nachwuchs vorstehen. Mario Cataluppi ist der Trainer der U13-Junioren. "Ich darf auf eine wunderbare Karriere zurückblicken und freue mich darauf, dem Fußball und dem FCB in einer anderen Form erhalten zu bleiben. Es ist ein idealer Übergang. Ich kann die Erfahrungen an den Nachwuchs weitergeben und körperlich etwas herunterfahren", so Huggel,