Hasel (ib). Wenn sich die Hasler Höhle nach dem Winter öffnet, ist traditionsgemäß ein Konzert geboten " für den ersten Ansturm in dieser Saison sorgten am Sonntag die "Knastbrüder" aus Schopfheim. Alle Sitzplätze waren besetzt und auch Stehplätze gab es nicht mehr, einzig das tropfende Nass bahnte sich ungehemmt seinen Weg in die Menge. Die Nässe spürten auch die Musiker Jeannot und Christian Weißenberger, die launig von rostenden Saiten kündeten. Überdies mache ein verstärktes Nachstimmen der Gitarren aus dem Auftritt ein Stimmkonzert, so die Protagonisten. Lacher begleiteten nicht nur die Kommentare, für ausnahmslos gute Laune sorgen die Mundartsongs stets bei den Fans, sogar wenn sie von "Kriegserlebnissen" in Lörrach-Stetten im Jahre 1958 künden. Man hatte an der Grenze zu den Schweizern einen Feind, erinnerte Jeannot Weißenberger, der trotz besinnlicher Botschaft Anlass zum Schmunzeln bot. Zu Beginn verkündete das Duo intonierend, "hochdeutsch cha jede, alemannisch nur mir", dem sich das Lied über die Aussicht auf dem Belchen anschloss. Die Suche nach Besonderheiten hiesiger Dörfer und ihre musikalische Umsetzung kommen gut an. Ohne Umschweife fordert das Publikum, befragt nach Wunschtiteln, Songs wie "Adelhuuse" " geschrieben von Otto Bürgelin. Ein weiteres Lied widmete der singende Staatsanwalt seiner "Katze", dessen Inhalt von Boshaftigkeit bestimmt war. "Das Lied chasch am Sonntag fast nit spiele", meinte Jeannot Weißenberger, der sich fragte, in welcher Verfassung der Autor war. Ulkigen Wortlaut zu fabrizieren, verstehen auch die Knastbrüder, etwa bei Klärung der Frage, "Isch de Hai dahei"". Wahres Hitpotenzial bestimmte zudem den Charakter der mittlerweile legendären Hieber-Hymne oder die süffisante Ode an die Frauen, "du bist mein Hexenschuss, mein steifes Genick, mein Krampf im Bein "". Und weiter ging es mit "sauglatten G"schichten" aus dem Wiesental, die kurze Überschriften trugen wie "Blume" oder "Mikrowelle". Breite fand sich in der kreativen Feder des Verfassers, der die meisten Stücke mit einer tiefgründigen Note ausstattete, etwa "Mercedes Benz". So viel Zeit haben wir nicht, bedauerten beide Seiten, als nach dem Konzert zahlreiche Wunschtitel gefordert wurden. Einstellen sollte sich doch Trockenheit, und zwar im Hals, zu deren Abhilfe überreichte Bürgermeister-Stellvertreter Albert Senger ein Weinpräsent für das Gastspiel.