Steinen-Schlächtenhaus (hf). Den Bauantrag zum Neubau eines Pferdestalles und eines Bewegungsplatzes in der Au-straße lehnte der Ortschaftsrat in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig ab. Dem Entscheid war eine intensive Beratung voran gegangen, in deren Verlauf Bürger wie auch die Ortschaftsräte ihre Bedenken zum Ausdruck gebracht hatten. Beantragt war der Neubau eines Pferdestalles mit Bewegungsplatz, der Platz für mindestens acht Pferde bieten soll. Es sind drei Stellplätze vorgesehen sowie ein gedeckter Abfallcontainer. Das Areal soll durch eine Mauer von 2,50 Meter Höhe von der Straße "Im Hinterdorf" abgeschirmt werden. Der Antrag war zuvor schon zweimal eingereicht, dann aber jedes Mal wieder zurückgezogen worden, um Nachbesserungen am Bauvorhaben einarbeiten zu können. Die Beratung wurde von Ortschaftsrätin Claudia Brachlow geleitet, da Ortsvorsteher Werner Rosskopf und die Räte Rolf Brutschin und Detlef Kreutler wegen Befangenheit nicht an ihr teilnahmen. Aus der Bürgerschaft wurde eine solche Anlage mitten im Dorf grundsätzlich in Frage gestellt, wobei angemerkt wurde, dass die Befürchtung besteht, dass der Pferdestall nur der erste Schritt zu einer größeren Anlage ist. Weiter wurde moniert, dass die Grenzabstände zur Straße "Im Hinterdorf" nach den vorliegenden Planunterlagen nicht eingehalten werden. Grundsätzlich brachten die Bürger zum Ausdruck, dass sie beim Bau und beim Betrieb eines Pferdestalls in dieser Größenordnung mit unzumutbaren Geruchs- und Verkehrsbelästigungen konfrontiert würden. Die Ortschaftsräte bedauerten zuerst, dass klärende Gespräche mit dem Antragsteller nicht früher geführt werden konnten. "Ich finde es traurig, dass der Antrag jetzt so emotional behandelt wird", stellte Felix Frey fest. In der Sache waren sich die Ortschaftsräte einig. Der jetzt vorliegende dritte Bauantrag unterscheide sich nur unwesentlich von den früheren. Die aus der Bürgerschaft vorgebrachten Bedenken seien jedenfalls nicht ausgeräumt. "Ein solches Projekt in dieser Größenordnung ist für die Nachbarschaft nicht zumutbar", stellte Stephan Müller fest. Besonders wurde bemängelt, dass beim nunmehr dritten Antrag die Anzahl der Stellplätze von früher fünf jetzt auf drei reduziert wurde. Bei einem erwarteten Verkehrsaufkommen von Pferdebesitzern " es sollen auch Pensionspferde eingestellt werden " mit Fahrzeugen und Pferdeanhängern werde die Verkehrssituation gefährlich, betonte Birgit Schwarzwälder. Claudia Brachlow drückte die Stimmung im Dorf und im Rat am treffendsten aus: "Das ist im Grunde ein gutes Projekt", erklärte sie, "aber leider am falschen Ort." Der Ortschaftsrat lehnte den Bauantrag einstimmig ab. Der Antrag wird am kommenden Dienstag im Bauausschuss der Gemeinde Steinen behandelt.