Von Eva Klassen Lörrach. Als politisch engagiert betrachtet sich Fabian Kiehlmann eigentlich nicht. Trotzdem wird der Student, der in Lörrach sein Abitur machte, Deutschland bei den G8 und G20 Youth Summits in Washington D.C. vertreten. "Wenn man aus dem Dreiländereck kommt, dann ist man auch verbunden mit Frankreich und der Schweiz", sagt Fabian Kiehlmann. Der Masterstudent besuchte in Lörrach das technische Gymnasium und studiert mittlerweile Europäisches Verwaltungsmanagement in Ludwigsburg, Kehl und Straßburg. Als er nach dem Abitur die europäischen Grenzen überschritt und in Afrika Deutsch unterrichtete, war auch sein Interesse für die Entwicklungsarbeit geweckt. Es folgten verschiedene Praktika während des Studiums, die den Verein Policy Innovation überzeugten, Kiehlmann als "Entwicklungsminister" zur Jugendvariante der G8 und G20 Gipfel zu schicken. Über 60 Kandidaten haben sich laut Aussage des Vereins auf neun Posten beworben. Besonders politisch findet sich Kiehlmann aber nicht. "Ich habe kein Parteibuch und war bisher mehr sozial und gesellschaftlich engagiert", sagt er. Seinen Posten als Entwicklungsminister will der Student auch nutzen, um sich auszuprobieren. Als Spiel betrachtet er den Jugendgipfel aber nicht. Am Ende erarbeiten die jungen Teilnehmer aus der ganzen Welt eine gemeinsame Stellungnahme, die den Vertretern der echten G8 und G20 zur Verfügung gestellt werde, erklärt er. Mit einigen anderen Teilnehmern aus Deutschland und Europa hatte Kiehlmann bereits Kontakt. "Natürlich prallen in den Diskussionen verschiedene Interessen aufeinander", sagt er. Trotzdem freue er sich auf einen "Austausch auf Augenhöhe". Die große Chance des Jugendgipfels sieht er darin, unvoreingenommen über wichtige politische Themen zu sprechen und neue Ansätze zu finden. Ob das Abschlusscommuniqué, die Stellungnahme am Ende des Jugendgipfels, etwas bei den echten G8 und G20 Gipfeln bewirken kann, weiß Kiehlmann nicht. "Aber es ist zumindest ein symbolischer Akt", sagt er. Nach dem Gipfel will Kiehlmann sich weiter auf sein Studium des europäischen Verwaltungsmanagements konzentrieren. Die erfolgreiche Zusammenarbeit verschiedener europäischer Länder liegt dem Studenten am Herzen. In diesem Punkt folgt er seinem Lörracher Erbe: "In Lörrach kennt man einfach viele Menschen aus der Schweiz, oder man hat zum Beispiel Freunde, die in Frankreich arbeiten", erzählt er. Die Reise zu den Jugendgipfeln in Washington und die Unterkunft bezahlt Kiehlmann selbst. "Ziel bei diesem Programm ist aber, die Kosten von rund 1100 Euro über Spenden zu bezahlen". Wer Fabian Kiehlmann unterstützen will, kann sich beim Verein Policy Innovation melden: www.policy-innovation.org.