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"Keine Nonnenholzharmonie"
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Weil am Rhein (sif). Alles andere als begeistert war der Gemeinderat über die starken Kostensteigerungen von bis zu vier Millionen Euro bei der Sanierung und Modernisierung von Laguna und Freibad (wir berichteten bereits gestern). Dennoch bewilligte das Stadtparlament bei vier Enthaltungen zwei Millionen Euro als Liquiditätszuschuss an die Laguna GmbH. Denn: Es gibt keine andere Möglichkeit. "Wir sitzen nicht mit Begeisterung hier. Doch wir haben eine Situation, die nicht vorhersehbar war", sagte SPD-Sprecher Johannes Foege. Die Entscheidung 2010 für eine komplette Modernisierung aller Laguna-Einrichtungen sei unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise gefallen, heute dagegen habe man einen Boom, der sich auf die Preise auswirke. Foege erwartet, dass es bei diesen Zahlen bleibe und meinte in Anspielung an die Kostenexplosion bei der "Elbharmonie" in Hamburg: "Ich hoffe, dass wir keine 'Nonnenholz-Harmonie' erleben." "Jetzt sind wir in der Pflicht, die unangenehme Situation irgendwie zu meistern", sagte Dr. Reinhard Hagist für die Freien Wähler, von denen sich drei Räte (Katzenstein, Dr. Schiffmann und Dr. Müller) enthielten. "Eine grüne Wiese für über elf Millionen Euro ist nicht vorstellbar", betonte Hagist, der hoffte, dass nicht noch weitere Unwägbarkeiten auf die Stadt zukommen. Für Martin Fischer (Grüne) ist ein Abriss auch kein Thema mehr, da man ansonsten über elf Millionen Euro in den Sand setzen würde. "Vor zwei Jahren hätten wir es noch machen können, jetzt aber nicht mehr", betonte Fischer. "Die Gegner von damals können sich jetzt bestätigt fühlen", sagte Eugen Katzenstein (UFW) ohne Schadenfreude. Er sieht in Zukunft weitere Kosten auf die Laguna GmbH und die Stadt (erhöhter Defizitausgleich) zukommen, da ständig in die Attraktivität einer solchen Einrichtung investiert werden müsse. Auch die FDP votierte nicht einheitlich. Wolfgang Roth-Greiner enthielt sich, da er schon früher gegen einen weiteren Ausbau des Bades gestimmt habe. Bei den Kostensteigerungen könne niemandem ein Vorwurf gemacht werden. Ihm sei auch klar, dass man nicht auf halber Strecke stehen bleiben könne. "Laguna wird dauerhaft eine Hypothek und ein Fass ohne Boden sein", stellte Roth-Greiner fest. Die CDU sei immer für das Projekt gewesen und werde auch jetzt die Mehrkosten mittragen. Gleichwohl sei die Entwicklung erschreckend, sagte CDU-Sprecher Siegfried Stiasny. Trotz der unerfreulichen Situation brauche die Stadt keine anderen Projekte wegen Laguna streichen. Abschließend meinte OB Dietz: "Wir haben eine ernsthafte Situation zu meistern. Ich hätte auch noch Ideen, was wir mit den zwei Millionen Euro machen könnten."

 
Nachricht vom 26.04.2012
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