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Der Frange kennt kein Dabuu
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Matthias Egersd?r: ein "Frange" wie er im Buche steht.

Von Gerd Lustig Lörrach. Die beiden Buchstaben "t" und "k" sind an diesem Abend zwar "dabuu". Doch dafür nimmt der "Frange" und Kabarettist Matthias Egersdörfer an vielen anderen Stellen kein Blatt vor den Mund. In seinem zweieinhalbstündigen Programm im Burghof holzt, poltert und grantelt der 42-Jährige nur so daher, dass es einem bisweilen den Schuh auszieht. "Mir san mir", heißt in erster Linie die fränkisch-bayrische Devise - als Bayer kann man ja bisweilen die Klaviatur des zweifelhaften Geschmacks und rustikalen Benehmens rauf und runter spielen, ohne dass alle gleich aufschreien. Matthias Egersdörfer schafft durch seinen Mundartausdruck schnell Verbindlichkeit und hat die Lacher auf seiner Seite, anfangs noch wenige, später dann den mindestens den halben und zu guter Letzt den ganzen Saal. Kein Wunder: Denn im Grunde meint er es ja auch nur gut. "Ich meins ja nur gut", heißt denn auch der Titel seines neuen Programms, mit dem der Comedian von Kulturpreisen überhäuft wurde. Dabei tischt er Banales ebenso auf wie Skurriles und grantelt sich von einem leicht cholerischen Anfall zum nächsten. Dabei gibt er zumeist den Genervten und serviert aberwitzige Geschichten aus seinem fränkischen Alltag. Das beginnt beim Föhn-Geld im öffentlichen Bad und reicht bis zu amourösen Abenteuern älterer Damen, die "ihn" mit ordentlich Eierlikör gefügig machen wollen. Stets kommt seine spezielle Sicht auf die Dinge zum Tragen, und wenn"s sein muss, dreht er sich"s so, wie er es gerade braucht. Kurz: "Easy life" auf fränkisch-kabarettistische Art. "Ich meins ja nur gut": Das meint er auch insofern ernst, als er vor der Pause bereits ankündigt, dass es nach der Pause nicht anders weitergeht. Die Action beschränkt sich auf Stand-Plauderei und der Lesung von Lyrik-durchtränkten Eigen-Geschichten an einem kleinen Tisch mit Mineralwasser. "Man hätte ja auch gehen können", murmelt er süffisant ins Publikum. Dass das ohnehin keiner tut, stattdessen sich bisweilen noch darüber freut, von ihm aufs schnippische Korn genommen zu werden, ist ja klar. Weil der ansonsten zwar vor Selbstbewusstsein nur so strotzende Egersdörfer sich nämlich auch selbst aufs Korn nimmt, ist ihm keiner böse.

 
Nachricht vom 28.04.2012
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