Von Ulf Körbs Rheinfelden. Der Bebauungsplan für das "Industriegebiet Rheinfelden-Süd" hat am Donnerstag eine weitere Hürde genommen: Der Bauausschuss empfiehlt dem Gemeinderat die Annahme des Bebauungsplans. "Wir sehen Licht am Ende des Tunnels", verkündete Ekkehard Lindner vom Stadtplanungsamt. Die Planung sei das Ergebnis eines langen Abwägungsprozesses. Die Hinweise und Einwände aus der Offenlegung würden in der Schlussfertigung des Bebauungsplans eingearbeitet, so dass eine erneute Offenlegung nicht nötig sei. Doch ganz so einfach machte es insbesondere Anette Lohmann namens der Grünen-Fraktion der Verwaltung doch nicht. Sie sieht rechtliche Mängel in der Planung, vor allem wegen der jeweils drei Brutpaare von Feldlerchen und Neuntöter, die 2010 und 2011 in der Gegend gesichtet wurden. Beide Vogelarten stehen unter Artenschutz. Offensichtlich prallen hier zwei Standpunkte aufeinander: Während die Stadt die Meinung vertritt, die übrig bleibenden Gebiete würden für den Erhalt ausreichen. Allzumal nördlich der Bahn weitere Flächen für das Brüten zu Verfügung stünden. "Ein Lerchenpärchen hat es auch schon besichtigt", berichtete Lindner. Die Grünen und der Bund Umwelt- und Naturschutz (BUND) sehen dagegen beide Vogelarten in Gefahr, weshalb der BUND-Landesverband auch den Rechtsweg gegen den Bebauungsplan nicht ausschließt. Hiergegen fühlt sich aber die Stadt wohl gewappnet, wie Baubürgermeister Rolf Karrer festhielt. Er versicherte zudem, in diese Angelegenheit würde die Verwaltung "mit offenem Visier kämpfen". Eine solche Normenkontrollklage des BUND sah die Freie Wählerin Karin Reichert-Moser als "reine Verhinderungspolitik". Und SPD-Stadtrat Alfred Winkler verwies auf den dort vorherrschenden Maisanbau, aus dem das Baugelände aber durch die neue Nutzung herausgenommen wird: "In diesen Maisflächen würde es weder für den Neuntöter noch die Feldlerche Nistmöglichkeiten geben. Wo bleibt hier die Verhältnismäßigkeit"".