Schopfheim (hjh). Innenstadt und Uehlin-Areal: Breiten Raum nahmen bei der Hauptversammlung des Gewerbevereins die kommunalpolitischen Themen ein, die Vorstandsmitglied Stefan Klever als die "für den Gewerbeverein derzeit wichtigsten" vorstellte. Zum ersten Thema sei zunächst ein "sehr erfolgreicher Arbeitskreis" gegründet worden. Nach der Fertigstellung der Nordumfahrung sei es nun an der Zeit, den geplanten Stadtplatz zu installieren. Allerdings habe der Gemeinderat die Entscheidung über das Projekt vertagt, obwohl sich der Arbeitskreis einstimmig für den vorgelegten Plan ausgesprochen habe. Die Kosten in Höhe von 90.000 Euro seien, so Klever, ein "moderater Betrag", wenn man bedenke, dass damit "ein deutliches Plus an Aufenthaltsqualität mitten im Herzen von Schopfheim" zu schaffen wäre. Ihm sei es "ein Rätsel", warum der Gemeinderat die Entscheidung vertagt habe. Klevers Kritik rief den Bürgermeister und auch Artur Cremans auf den Plan, die beide das Recht des Gremiums unterstrichen, sich vor Entscheidungen ausführlich über das Für und Wider vor allem so kostenintensiver Projekte zu informieren. Nitz wies darauf hin, dass der Arbeitskreis nur eine beratende Funktion ausübe und ein Stimmungsbild vermittle, das keinesfalls einen Beschluss ersetzen könne. SPD-Fraktionschef Cremans bezeichnete die Vertagung als "einen ganz normalen Vorgang" und erinnerte daran, dass Gemeinderäte im Interesse der Stadt viele Dinge im Auge behalten müssen. "Völlig überzogen" sei die Schlagzeile gewesen, der Rat habe den Tagesordnungspunkt "hinausgekegelt". Eine Vertagung sei etwas ganz anderes und ganz sicher "kein Beinbruch", betonte Cremans, der dem Plan des Arbeitskreises einen "gewissen Charme" attestierte, dem man trotz der Vertagung positiv gewogen sein könne. Das Thema "Uehlin-Areal" schob der Bürgermeister in Richtung Montag. Bei der Ratssitzung werde er aller Voraussicht nach Ross und Reiter nennen können. "Da werden Sie erfahren, ob der Ankermieter, mit dem wir sehr interessante Gespräche führten, bereit ist, den Pakt mit der Stadt einzugehen." Er hoffe, der Mieter sage noch diese Woche "hü und nicht hott". Was die Verwaltung zum positiven Abschluss beisteuern konnte, habe sie getan, sagte der Rathauschef, der glaubt, ein "Konzept, das in unsere Stadt passt", zu haben. Sollte der Hauptmieter abspringen, müsse die Stadt ein Exposé erstellen und damit auf den Markt gehen. Aber das, so Nitz, "wäre die zweitbeste Lösung", auch für den Architekten, den die Stadt "glücklicherweise" auf ihrer Seite weiß. "Was der macht, hat Stil, kostet aber auch Geld", sagte Nitz, der glaubt, dass es bei diesem Projekt auch aufs Drumherum ankommen wird. Schließlich handle es sich um ein Gebäude, das ein Magnet für die Stadt sein müsse, und zwar für viele Jahre.