Schönau (pele). Die Firma Stome Fleischgroßhandelsgesellschaft in Schönau ist insolvent. Das Amtsgericht Waldshut-Tiengen hat ein entsprechendes Verfahren eröffnet, nachdem das Unternehmen bereits Ende April Insolvenz beantragt hatte. Das Amtsgericht hat den Wirtschaftsprüfer Uwe Kaiser aus Dachsberg zum Insolvenzverwalter ernannt. Die Gläubigerversammlung soll am 31. Juli um 9 Uhr im Gerichtsgebäude stattfinden. Geschäftsführer Siegfried Lais, seit dem Tod seines Bruders Hubert im vergangenen Jahr bei dem Unternehmen am Ruder, betont, dass die Insolvenz nicht wegen Zahlungsunfähigkeit, sondern wegen Überschuldung angemeldet wurde. Die zehn Mitarbeiter der Firma Stome, die in Schönau das Schlachthaus unterhält, müssen laut Lais keine Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Geschädigt seien in erster Linie private Darlehensgeber; Lieferanten seien bis auf wenige unbedeutende Ausnahmen nicht betroffen. Stome arbeite unter dem Gläubigerschutz weiter wie bisher und bediene seine Kunden in gewohnter Qualität, so Lais. Der Geschäftsführer nennt einige Ursachen für die Schieflage des Betriebs. Das Schlachthaus wurde vor über zehn Jahren mit Kosten von etwa zwei Millionen Euro auf einen modernen Stand gebracht. Die damalige Finanzierung nennt Siegfried Lais "waghalsig". Dazu komme das veränderte Verbraucherverhalten. Es gebe eine starke Zunahme von Metzgereigeschäften in Großmärkten, in denen sich auch zunehmend gewerbliche Abnehmer bedienen würden. Lais beklagt auch einen starken Verlust von Schlachtzahlen, wofür er nicht zuletzt "unlauteren Wettbewerb" verantwortlich macht. Kleinschlachthäuser würden zunehmend politisch gefördert. Dagegen will Lais, so seine Ankündigung, juristisch vorgehen.