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Andreas Schneucker

Von Bernhard Konrad Lörrach. Drei Prozent: Dieser Anteil aller öffentlichen Gebäude sollte nach einem Vorschlag der EU-Kommission jährlich saniert werden. Nun ist dieser Ansatz von den Mitgliedsstaaten deutlich gekappt worden, er gilt nur noch für den Bund, nicht aber für Immobilien von Ländern und Kommunen " eine Entwicklung, die Andreas Schneucker mit Skepsis verfolgt. Der Fachbereichsleiter "Grundstücks- und Gebäudemanagement" kann die Kritik von Umweltverbänden an dieser Entscheidung nachvollziehen. Diese rechnen damit, dass mit der neuen Richtlinie das EU-Sparziel einer 20-prozentigen Senkung des Energieverbrauchs bis zum Jahr 2020 nicht erreicht werde. Dabei wirkten sich energiesenkende Maßnahmen nicht nur positiv auf die Klimaschutzziele aus. Sie trügen auch zur Energiesicherheit und zu einem steigenden Auftragsvolumen von Bauunternehmen und Handwerk bei. Die Stadt Lörrach hat die zunächst angestrebte Drei-Prozent-Marke bereits erreicht, wie Schneucker im Gespräch mit unserer Zeitung betont: "Wir sanieren über das gesetzliche Maß hinaus." Gerade in den Gebäuden befinden sich enorme Einsparpotenziale. Eine These besage, dass 40 Prozent des Treibhauseffekts auf Gebäude zurückzuführen seien, vor allem auf Emissionen durch deren Beheizung. "Da 72 Prozent des städtischen Energieverbrauchs auf Wärmegewinnung entfallen, sieht die Stadtverwaltung auch in Zukunft in diesem Bereich den größten Handlungsbedarf. Zwar konnten wir seit 1999 in städtischen Gebäuden mit effektivem Energiemanagement 25 Prozent Energie einsparen, aber nun sind diese Sparpotenziale weitestgehend ausgeschöpft", sagte Schneucker bereits bei der Vorstellung des jüngsten Energieberichts. Besonders erfreulich sei der Energiemix: 31,1 Prozent der erforderlichen Wärme werden durch Biomasse gewonnen. Zum Vergleich: Die EU-Vorgabe beschränkt sich auf 20 Prozent. Die jährlichen Kohlendioxidemissionen konnten in Lörrach so seit 1999 um 50 Prozent gesenkt werden. Schneucker ist überzeugt, dass die Lerchenstadt bis zum Jahr 2050 energieneutral werden kann. Für Lörrach heißt das: 3,5 Prozent weniger Kohlendioxidausstoß jährlich, damit die Emission bis 2050 um 83 Prozent sinkt. Bei der Erzeugung von Strom und Wärme setzt die Stadt auf die Nutzung von regenerativen Erzeugungskapazitäten in der Region. Weil nicht alle Maßnahmen im Stadtgebiet erfolgen, will sie sich am Biomassepakt des Landkreises und an Windkraftanlagen beteiligen. Auf diesem Wege könne Lörrachs Energiebedarf bis 2050 bilanziell ganz auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Dennoch sei das Ziel "Klimaneutralität" für Lörrach nur zu erreichen, wenn es der Verwaltung gelinge, die Bürger und die Wirtschaft zu motivieren, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Auch deshalb dürfe die Kommune ihre Vorbildfunktion nicht verlieren, betont Schneucker. Ambitionierte Vorschläge der EU würden helfen, dass Kommunen die Messlatte ihrer Energieziele auf die entsprechende Höhe legen. u" Lörracher Aspekte"

 
Nachricht vom 04.08.2012
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