Oberes Wiesental (vw). Vom Belchenhaus aus konnte man die Gottesdienstgänger nicht erkennen - auch wenn sie nur weniger Meter entfernt waren. Zu Beginn des Berggottesdienstes am Sonntag um 11 Uhr war dieser noch im Nebel versunken. 750 Besucher nahmen am Gottesdienst mit Erzbischof Robert Zollitsch teil, trotzten dem Regen, dem Nebel und dem Sturm, viele von ihnen waren sogar dorthin gewandert. Der Schwarzwaldverein hatte zu dieser Messe eingeladen und wohl mit weitaus besserem Wetter gerechnet. Der Achtung vor der Schöpfung und der Bewahrung der Heimat diene ein solcher Berggottesdienst, hieß es in der Begrüßung. Als Erzbischof Robert Zollitsch, Pfarrer August Schuler und die Ministranten zum Altar schritten, drängelten sich die Fotografen und Kamerateams an den Messgängern vorbei. Als Zollitsch sprach, wehte den Besuchern ein kalter Wind um die Ohren, die Finger wurden eisgekühlt - und das mitten im August. Er schätze es sehr, dass so viele Menschen trotz dieses Wetters hier hoch zu dieser Messe gekommen waren, sagte Zollitsch. In seiner Predigt sprach der Erzbischof vor allem über Nachhaltigkeit mit all ihren Facetten. Er rief zur Bewahrung der Natur auf. "Wir freuen uns, dass wir die Schönheit genießen dürfen, die Gott uns in seiner Schöpfung geschenkt hat. Dafür sind wir dankbar und wir staunen über die vielen kleinen Wunder der Natur, die wir am Wegrand zu dieser Bergmesse entdecken konnten", so Zollitsch, der selbst bei der Wanderung zur Bergmesse teilgenommen hatte. Dennoch sei man sich manchmal nicht bewusst, wie gefährdet die Schöpfung sei. Er sprach darüber, dass die Menschen beinahe alles, was sie im Alltag umgibt, als selbstverständlich ansehen. Er betonte den Wert der Familie und rief dazu auf, die Familie ("die Keimzelle des Lebens") zu stärken und die Kinder zu fördern. Zollitsch nutzte die Gelegenheit in seiner Predigt auch, das Kunstwerk "Orbi" vom anwesenden Künstler Marco Schuler zu loben. Er sei dankbar über das Kunstwerk. "Es ist durchaus gut, dass wir eine Weile das Kreuz nicht mehr sehen, um uns zu vergewissern, weshalb unseren herrlichen Schwarzwald zahlreiche Weg- und Gipfelkreuze zieren", sagte Zollitsch. Es sei lebenswichtig, sich mit dem Blick auf ein Kreuz stets daran zu erinnern, was der christliche Glaube bedeute und welches Geschenk er sei. Es sei ein Gewinn, sich wieder damit auseinanderzusetzten, was es heißt, dass auf Bergen Kreuze stehen. Außerdem sei das Kunstwerk auch eine Erinnerung an den Besuch von Papst Benedikt. Der "Orbi" umhüllt noch bis zum 31. August das Gipfelkreuz auf dem Belchen.