Bad Bellingen Hoffmann wieder parteilos

Weiler Zeitung, 25.03.2016 21:02 Uhr

Von Claudia Bötsch

Er hat der CDU den Rücken gekehrt: Bürgermeister Dr. Christoph Hoffmann ist aus der Partei ausgetreten, wie er auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte. Er sei im Februar wieder in den Status „parteilos“ gewechselt. Hoffmann war erst seit 2013 Mitglied der CDU.

Bad Bellingen. Der Bad Bellinger Rathauschef behält sein Mandat im Kreistag. Die Kreistagsfraktion der CDU habe in einer Abstimmung akzeptiert, dass er als Parteiloser weiter mitwirke – „was ja in Kreistagsfraktionen nicht unüblich ist“, so Hoffmann. Sein Amt als Vorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU im Landkreis Lörrach habe er bereits zu einem früheren Zeitpunkt aus Zeitmangel abgegeben. Nicht tangiert von all dem ist sein Amt als Kreisvorsitzender des Gemeindetags, das er auch weiterhin innehat.

Durch seinen Parteiaustritt sei er „kein anderer Mensch“, so Hoffmann. Er werde sich weiter „mit voller Kraft für die Gemeinde, das Markgräflerland, die Kommunen im Kreis, im Gemeindetag und im Districtrat des Trinationalen Eurodistricts Basel (TEB) einsetzen“.

Er gehe auch nicht im Zorn. Vielmehr habe er die Daumen gedrückt, „dass ein kommunal erfahrener CDU-Mann neuer Ministerpräsident in Baden-Württemberg wird“. Auch leiste der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster vom hiesigen Wahlkreis „hervorragende Arbeit in Berlin für unsere Region, wir haben ihm viel zu verdanken“.

„Kanzlerin Merkel hat sich verrannt“

Grund für seinen Austritt sei die Politik von Kanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingskrise, die zur „Überforderung der Kommunen, Polarisierung in der Gesellschaft und Aufstieg des rechten Mobs“ geführt habe. Das wolle er gerade als „Kommunaler“ nicht immer verteidigen müssen.

„Die Kanzlerin war gut für Deutschland, hat sich in der Frage Flüchtlinge meines Erachtens aber völlig verrannt“, führt Hoffmann weiter aus. Sie wecke durch ihre Botschaften Hoffnungen bei Millionen Menschen in Kriegsländern und der gesamten dritten Welt, die nicht erfüllbar seien. „Der Alleingang Deutschlands und damit verbunden der Umgang mit anderen EU-Staaten ist bedenklich und könnte zum Ende Europas führen, was einen überzeugten Europäer nicht kalt lässt“, sagt Hoffmann.

Bei der bisherigen Dynamik, gesetzlichen und organisatorischen Versäumnissen und „hausgemachter Bürokratie“ sei menschengerechte Unterbringung und wirkliche Integration kaum leistbar. „Humanität geht nur aus einer Position der Stärke heraus. Wir dürfen uns nicht überfordern“, ist Hoffmann überzeugt.

„Bei der Integration der Flüchtlinge werden sich die Kommunen, auch ich persönlich, zusammen mit den unschätzbar wichtigen freiwilligen Helfern alle Mühe geben“, so der Bürgermeister weiter. Allerdings könne Integration nur gelingen als Angelegenheit von Auge zu Auge und nicht als „Massengeschäft“.