Von Marco Fraune

Der nächste Abschnitt für den viergleisigen Ausbau der Rheintalbahn ist an der Reihe. Zwischen der Grenze zu Weil am Rhein und dem nördlichen Rheinufer will die Deutsche Bahn in Basel ab dem Jahr 2019 insgesamt fünf Jahre lang bauen.

Basel. Es handelt sich um den letzten von vier Streckenabschnitten zwischen dem Katzenbergtunnel und Basel sowie um den südlichsten Bereich der Ausbaustrecke Karlsruhe-Basel ( u mehr: Seite „Baden-Württemberg“). Das prägnanteste Bauwerk in dem drei Kilometer langen Teilstück ist die 154 Meter lange neue Eisenbahnbrücke über die Wiese (siehe Bild oben). Darüber hinaus werden die bisherigen Eisenbahnüberführungen Neuhausstraße und Fasanenstraße durch zweigleisige Bauwerke ersetzt.

Unterteilt ist die Baumaßname in drei Abschnitte. Im Rangierbahnhofareal südlich des Bahnhofs Weil am Rhein sind sechs Gleise vorgesehen. Von dieser Gleisgruppe führen künftig die zwei westlichen Schienen als neue Güterverkehrsstrecke in Richtung Badischer Bahnhof. Die anderen vier dienen laut Bahn für die Grenzbehandlungssituation im Bahnhof Weil am Rhein, also als Puffer. Am Nordkopf des Bahnhofs gibt es neu eine zweigleisige Strecke für die Güterzüge. Am Südkopf werden die neuen Gleise an die bestehende und an die schon im Betrieb befindliche neue Rheinbrücke angeschlossen. Durch den Schienenausbau sollen zugleich der Güter- und der Personenverkehr voneinander getrennt werden.

Das mit insgesamt 273 Millionen Euro veranschlagte Bauprojekt enthält auch Schallschutzmaßnahmen.

Vor dem Schall schützen

So soll es insgesamt fünf Schallschutzwände mit einer Gesamtlänge von rund eineinhalb Kilometern geben, die zwischen zweieinhalb und fünf Metern hoch sind. Damit es im Badischen Bahnhof nicht zu laut wird, werden in Teilbereichen Unterschottermatten zum Schutz vor Erschütterungen verlegt.

Beim Genehmigungsverfahren muss sich die Deutsche Bahn nach dem Schweizer Recht richten. Als eine Besonderheit gegenüber den deutschen Vorgaben gibt es die einzuhaltende Störfallverordnung. „Diese gilt nur für die Schweizer Bürger auf Schweizer Gebiet“, erklärte Sicherheitsexperte Stefan Gundel. Diese besagt, dass eine Risikoermittlung erfolgen muss, was die DB bereits erledigt hat. Das Ergebnis: Es bestehen besonders Risiken durch das bis zum Jahr 2030 prognostizierte gestiegene Gefahrgutaufkommen. Die Gefahreinstufung kann beispielsweise durch eine langsamere Fahrweise der Züge auf vorgegebene Maximalwerte reduziert werden.

Enthalten in dem Bahn-Projekt sind außerdem Ausgleichsmaßnahmen im Bereich Umwelt- und Naturschutz. Insgesamt wird nach den Plänen 167 500 Kubikmeter Erde bewegt. Unter anderem soll später eine insektenfreundliche Beleuchtung des Gleisfeldes erfolgen und die Wiederbesiedelung der während der Bauphase beanspruchten Flächen.

Klar ist aber auch, dass die fünf Jahre andauernde Baumaßnahme zu Verkehrsbeeinträchtigungen führen wird, wie Projektteamleiter Okko Heinrich erläuterte. Auf der von Otterbach gegenüberliegenden Gleisseite und im Wiesekorridor könne auf Nachtarbeit nahezu verzichtet werden und dort gebe es auch keine Beeinträchtigung des laufenden Bahnbetriebs. Doch im Bahnhofsbereich sieht dies anders aus: „Pendler erleben eine Beeinträchtigung“, stimmte Heinrich auf Gleissperrungen ein.