Basel Geld allein macht doch nicht glücklich

Die Oberbadische, 21.04.2017 10:05 Uhr

Von Jürgen Scharf

Basel. Sechs Richtige im Lotto: Davon träumen viele. Dass dieser plötzliche Reichtum ziemliche Turbulenzen im (Liebes-)Leben auslösen kann, das erfährt der Titelheld der Dialektkomödie „Dr Otto gwinnt im Lotto!“

Der gute Otto merkt schnell, dass zum einen Geld allein nicht glücklich macht und zum anderen alle möglichen Leute anzieht, die auch etwas vom Kuchen abhaben wollen.

Mit diesem Plot ist dem Multitalent Dani von Wattenwyl, der jedes Jahr eines seiner Stücke im Häbse-Theater präsentiert, wieder ein Lachschlager gelungen. Gleich in Dreifachfunktion als Autor, Regisseur und Schauspieler amüsiert der charmante Frauenschwarm und Tausendsassa das Publikum in bester komödiantischer Laune. Im lässig-hippen Outfit mit Kapuzenjacke gibt der smarte Mittvierziger den coolen, aber arbeitsscheuen und erfolglosen DJ Luca, der in einer Schlagerdisco jobbt und von einer Karriere als Schlagersänger träumt.

Weil ihn seine Freundin rausgeschmissen hat, schläft er auf der Couch bei seinem besten Freund Otto. Dieser will sich von seiner Frau Pia scheiden lassen, aber keiner will die Bude freiwillig räumen. Als Otto den Jackpot knackt und sechs Millionen abräumt, will er das vor seiner Frau geheim halten und gibt seinen Kumpel Luca als Lottogewinner aus. Und schon nehmen die Täuschungen und Versteckspielchen ihren Lauf.

Dani von Wattenwyl und sein in Sachen Situationskomik, Dialogwitz und gut sitzende Pointen bestens aufgelegtes Ensemble halten die Lachquote hoch in dieser Verwechslungskomödie mit Basler Lokalkolorit, lustigen Szenen und flotten Sprüchen.

Bühnenbildnerin Dietlind Ballmann hat dem Team ein schickes Interieur gezaubert, in dem sich die skurrilsten Typen die Klinke in die Hand geben. Sehr sympathisch in seiner komischen Verzweiflung agiert Matthias Steiger in der Titelrolle als Biedermann Otto, dessen langweiliges Leben durch die Lotto-Millionen durcheinander gewirbelt wird.

Als Ottos Noch-Ehefrau Pia darf Nicole Loretan richtig giftig und „hässig“ sein. Als „heißes Schätzchen“ Anna stöckelt Myriam Mazzolini in superkurzen Röckchen und hautengen Jeans verführerisch sexy durchs Geschehen. Die naive Coiffeuse und shoppingwütige Freundin des Hausherrn setzt gezielt ihre Reize ein, um den vermeintlichen Lottomillionär zu umgarnen.

Ebenso viele Lacher erntet Peter Richner als spirituell angehauchter Yogi, der von Erleuchtung schwafelt, Vegetarisches im Kühlschrank hortet und seine Mitbewohner mit esoterischen Weisheiten einlullt. Noch irrwitziger wird die Schwindelei um den Lottokönig, wenn Martin Eckerle als Mitarbeiter der Lottogesellschaft aufkreuzt und dem falschen Gewinner aufsitzt.

Alle diese kuriosen Typen tummeln sich unter einem Dach. Und mitten drin Dani von Wattenwyl als schräger Möchtegern-Schlagerstar, der in papageienbunten 70er-Jahre-Klamotten groß aufdreht. Schließlich taucht noch Tatjana Pietropaolo als Lucas Ex-Freundin auf, langbeinig, hochnäsig, spitzzüngig und biestig, und liefert sich einen Zickenstreit mit ihrer Rivalin Anna, die sie als „Heidi Klum für Arme“ herunterputzt.

Wie das Hin und Her um Glücksspiel, Liebe, Trennung, Träume, Versöhnung und die Lottomillionen ausgeht, sei hier nicht verraten. Nur so viel: Zwei Stunden unbeschwerter Theaterspaß sind garantiert.  Nächste Vorstellungen am 27., 28., 29. April sowie weitere bis 13. Mai, 20 Uhr. Karten: Tel. 004161/691 44 46

 
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