Basel Historischer Kran für neues Quartier

Die Oberbadische, 17.07.2017 23:05 Uhr

Ein ausrangierter Hafenkran aus dem im Jahr 2010 stillgelegten Rheinhafen St. Johann in Basel wird gegenüber seinem ursprünglichen Standort, am Klybeckquai, wieder aufgebaut. Die Arbeiten haben nun begonnen, nachdem abgewiesene Einsprachen nicht weiterbetrieben worden waren.

Basel (sda). Geländearbeiten am Rheinufer haben vergangene Woche begonnen, wie ein Novartis-Sprecher gestern auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Er bestätigte Angaben der „TagesWoche“. Der Konzern schenkt der Stadt den stählernen großen Kran, der bei der Aufhebung des Hafens St. Johann für den Novartis Campus überflüssig geworden war.

Das Ungetüm soll Ende August per Lastwagen ans Rheinufer gefahren werden. Dort geht es per Lastschiff an den Klybeckquai, wo dann mobile Kräne beim Wiederaufbau helfen. Die sogenannte Aufrichte feiern wollen die Verantwortlichen am 18. September. Der Umzug über den „Bach“ kostet den Kran allerdings den Denkmalstatus.

Der Kran war nach der Hafenschließung demontiert und im nahen Elsass eingelagert worden. Die baselstädtische Regierung hatte im vergangenen Oktober angekündigt, ihn nach dem Wiederaufbau für die Bevölkerung begehbar zu machen. Ihr Plan war, den Hafenkran als ganzjährig betriebenes Restaurant oder als Bar zu nutzen.

Pläne für eine Kran-Beiz sind vorhanden

Ob und wie Gastronomie den Kran zukünftig beleben wird, ist wegen Widerständen aus der Nachbarschaft jedoch noch offen. Die Eröffnung ist so wohl erst im kommenden Jahr realistisch.

Auf dem Klybeck-Industrieareal, an dessen Ufer der Kran nun montiert wird, soll laut im Mai publizierten Absichten in den nächsten zwanzig Jahren ein neues Stadtquartier mit Gewerbeflächen und Wohnraum für etwa 10 000 neue Einwohner entstehen (wir berichteten). Novartis und BASF werden ihre Flächen dort weniger oder gar nicht mehr für Industriezwecke benötigen.

Wiege der chemischen Industrie von Basel

Der Hafen St. Johann, wo der Kran herkommt, war in den Jahren von 1906 bis 1911 für die Kohleanlieferung an das dortige Gaswerk gebaut worden.

Die Kohlevergasung samt Verwertung anfallender Stoffe sei die Wiege der chemisch-pharmazeutischen Industrie und damit des heutigen Reichtums der Region Basel, wie es in der Mitteilung von gestern weiter heißt.

 
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