Basel Kreativ sein im Kunstmuseum

Die Oberbadische, 13.08.2017 17:00 Uhr

Von Adrian Steineck

Dass ein Museum mehr als ein Ort des passiven Kulturerlebens sein kann, sondern zum Mitmachen einlädt – diese Erfahrung machten etwa 400 Kinder, die beim Sommerfest in der Fondation Beyeler am Samstag einen von vier Workshops besuchten. Das Spektrum reichte von fotografischen Experimenten über das großformatige Zeichnen bis zum Fertigen von Skulpturen für den Garten.

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Riehen. Auf dem Steinboden im Vorhof der Fondation Beyeler knien rund 30 Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis etwa 15 Jahren und sind ganz in ihre Werke vertieft. Da entsteht eine großformatige Meerjungfrau, daneben eine mit Wachsfarben bemalte Figur im japanischen Manga-Stil.

Das Konzept, das Janine Schmutz, Leiterin der Kunstvermittlung, auch und gerade beim Sommerfest verfolgen, geht offenbar auf. „Wir wollen, dass alle Generationen einen spannenden, kreativen und bunten Tag bei uns erleben“, sagt sie. Niederschwelligkeit ist bei den Workshops oberstes Gebot: Es gibt keine Anfangs- oder Schlusszeiten, wer möchte, schnappt sich ein Blatt Papier und Stifte und legt los.

Neben dem großformatigen Zeichnen werden im sogenannten Open Studio fotografische Experimente angeboten, die sich eher an junge Erwachsene richten. Passend zur derzeit zu sehenden Sonderausstellung mit etwa 2000 fotografischen Arbeiten des Künstlers Wolfgang Tillmann, können die Teilnehmer mit dem Tablet Fotos machen und diese so verfremden, dass sich die Frage nach dem Realitätsgehalt einer fotografischen Abbildung stellt.

Für jüngere Besucher gibt es die Möglichkeit, farbenfrohe Skulpturen mit Pappe, Luftballons und anderen Materialen zu basteln oder sich unter anderem mit einem Kartenspiel zum Thema Kunst zu beschäftigen.

Das Sommerfest der Fondation Beyeler feierte im Jahr 2007 unter dem Namen „Open House“ seine Premiere. Dass es mittlerweile fest etabliert ist, zeigt am Samstag auch der kontinuierliche Strom von erwachsenen Besuchern, welche die Möglichkeit zum vergünstigten Museumseintritt für zehn Franken nutzen. „Das Wetter ist kein Traum, aber es ist in Ordnung“, sagt Jan Solberger, Mediensprecher der Fondation Beyeler. Die Rückmeldungen der Familien seien regelrecht begeistert. Für beste Stimmung sorgen auch die Auftritte von DJs und der Schweizer Popband Kadebostany aus Genf.

 
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