Efringen-Kirchen Bahnchef kündigt Info-Veranstaltung im Herbst an

Weiler Zeitung, 08.06.2017 23:00 Uhr

Efringen-Kirchen (cl). Sven Hantel, Bahn-Chef in Baden-Württemberg, kann sich eine Informationsveranstaltung zu den Themen Güterzüge durch den Katzenbergtunnel und Lärmbelästigung am Bahnhof Efringen-Kirchen vorstellen. Sein Anspruch sei aber, „der Komplexität der Materie durch eine umfassende und allgemein verständliche Aufbereitung des Themas gerecht zu werden, um damit die von allen Seiten gewünschte Transparenz zu schaffen“, teilt der Konzernbevollmächtigte für Baden-Württemberg in einem Schreiben an den SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger mit. Die Info-Veranstaltung soll im Herbst mit den örtlichen Abgeordneten, Kreis- und Gemeinderäten sowie Vertretern von Interessenverbänden stattfinden. „Damit wollen wir uns auch weiterhin der öffentlichen Diskussion in der Region stellen“, schreibt Sven Hantel. Der auf Initiative des CDU-Abgeordneten Armin Schuster begonnene gemeinsame Dialog, der bereits „mit einer Arbeitsgruppe unter Führung des Landratsamts erfolgreich fortgesetzt werden konnte“, könne damit noch einmal intensiviert werden. In diese Gespräche würde Hantel auch gerne Stickelberger einbinden.

Die Antwort Hantels bewertet Stickelberger als „rundum enttäuschend – inhaltlich wie auch hinsichtlich des zugesagten Termins“. So hatte Hantel laut Stickelberger bereits Ende März zugesagt, dass die Bahn „baldmöglichst mit einer Info-Veranstaltung vor Ort eine Transparenz auch für die breite Öffentlichkeit“ anstrebe. „Unter zeitnah verstehe ich etwas anderes als ein halbes Jahr“, moniert Stickelberger. Zudem kündige Hantel nun eine Veranstaltung für Mandatsträger und Vertreter von Interessenverbänden an – ohne Bürger zu beteiligen. Stickelberger begrüße Gespräche mit Mandatsträgern, doch er habe „auf mehr gehofft: eine für jeden interessierten Bürger zugängliche Veranstaltung in Efringen-Kirchen und nicht einen weitgehend geschlossenen Zirkel im Landratsamt“. Darüber hinaus verkünde Hantel nur, was ohnehin schon lange geplant gewesen sei. Das jetzt für den Herbst angekündigte Gespräch „wurde von der Bahn bereits Ende Februar auf Druck des Landkreises zugesagt“, stellt Stickelberger klar.

Enttäuscht ist der SPD-Landtagsabgeordnete jedoch vor allem darüber, dass sich weder Hantel noch Bahn-Chef Lutz zum Lärmproblem und zu den Gefahrguttransporten äußern. Als „dürftig“ bezeichnet Stickelberger zudem die Reaktion des Bahn-Chefs. Sowohl die Waldshuter SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter als auch er selber hätten diesen persönlich zu einem Vor-Ort-Gespräch nach Efringen-Kirchen eingeladen. „Bei allem Verständnis für dessen Aufgabenfülle und Zeitnot hätte doch zumindest sein Büro antworten und auch auf die Einladung reagieren können.“

Insgesamt, zieht Stickelberger Bilanz, habe sich überhaupt nichts bewegt – das ist wie „zurück auf Null“. Dies sei um so ärgerlicher, als dass „wir die Bahn für eine umweltverträgliche Mobilität und den sichereren Transport von Gefahrgütern wollen und brauchen und es daher unabdingbar ist, dass die Bahn bei den Bürgern für Transparenz und Akzeptanz sorgt und ihr jede Optimierungen für die Bürger wichtig ist“. Stickelberger und der SPD-Bundestagskandidat Jonas Hoffmann wollen daher an dem Thema dran bleiben. Auch der SPD-Ortsverein werde sich, sagte dessen Vorsitzender Armin Schweizer, weiter für die Interessen der Anwohner einsetzen.

 
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