Besinnlicher Neujahrsem­pfang im Isteiner St. Gregoriushaus: Wieder einmal luden die politische und die beiden kirchlichen Gemeinden am Neujahrstag gemeinsam zum Umtrunk ein, und die Bevölkerung nutzte den Anlass zum zwanglosen Austausch. Von Marco Schopferer Istein. Neujahrsglückwünsche und ein fröhliches Prosit: Überaus entspannt stieß man in Istein am Neujahrstag auf das neue Jahr an. Für die musikalische Umrahmung sorgten Phil Grauer und Patrick Schöllhorn. Ortsvorsteher Franz Kiefer ging in seiner Ansprache darauf ein, dass genauso wie vor 70 Jahren, als viele Flüchtlinge vor den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs geflohen sind und in der Ostsee ertranken, nun wieder Menschen im Mittelmeer auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung sterben. Auch bei der Wiedervereinigung 1990 habe man im Westen eine Flüchtlingswelle gemeistert. Diesmal gelte es allerdings als besondere Herausforderung, Menschen mit fremden Kulturen und Sprachen aufzunehmen. Pfarrer Josef Dorbath übte sich derweil bereits in der neuen Sprachenvielfalt. Er begrüßte die Gäste nicht nur auf deutsch, sondern auch in der Kirchensprache lateinisch, auf französisch für die Freunde aus der Partnergemeinde Rosenau, und weil eine afrikanische Flüchtlingsfamilie mit ihrem frisch getauften Kind anwesend war, auch auf englisch. Danach sprach er bekannt volkstümlich an, dass im Jahresrückblick wohl „jeder Mist gebaut hat“, die große Kunst aber im Geben und Vergeben liege. Karl Rühl als Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde bedankte sich vor allem beim ökumenischen Filmteam für die erfolgreiche Fortsetzung der Filmreihe im St. Gregoriushaus, nachdem das Bonhoefferhaus verkauft worden war. Über 100 Besucher seien allein zur Premiere gekommen, freute sich Rühl und beendete seine Rede mit den Worten von Dalai Lama: „Liebe und Mitgefühl sind Grundlagen für den Weltfrieden – auf allen Ebenen“. Einen ganz besonderen Dank widmete Ortsvorsteher Franz Kiefer an das seit vielen Jahren aktive Spendensammel-Team zur Kriegsgräberfürsorge. Der terroristische Anschlag auf die Twin-Towers am 11. September 2001 in New York hätte ihn auf die Idee gebracht, auch in Istein vermehrt an Kriegs­opfer zu gedenken und für deren friedensstiftende Gräberpflege zu sammeln. Stattliche 1528 D-Mark kamen bei der ersten vom Ortschaftsrat im Jahre 2001 organisierten Sammlung zusammen. In diesem Jahr waren es 1814,50 Euro. Der besondere Dank galt dabei Angela Schöllhorn, Lutz Ehrhardt, Hermann Mouttet, Manfred Scherer und Christian Sillmann, die gemeinsam mit dem Ortsvorsteher die Sammlung organisieren. Ortsvorsteher Franz Kiefer merkte schließlich noch an: Nur in Schwaben sei die Kehrwoche zwar rechtlich verankert, aber auch in Istein sehe man, wer regelmäßig die Straße putze: „Das ist dort, wo kein Gras wächst“. Und im neu angebrochenen Jahr legt der Ortsvorsteher dann noch einmal besonders Wert auf ein sauberes „Dörfli“. 2016 ist ein Schaltjahr und damit stehen zu Pfingsten wieder die traditionellen Isteiner Chlimse an. Einige Änderungen seien bereits in der Planung. Kiefer rief dazu auf, dass die gesamte Dorfgemeinschaft sich wieder als perfekte Gastgeber präsentiere.