Efringen-Kirchen "Große Koalition sinnvoll"

Weiler Zeitung, 23.09.2013 23:38 Uhr

Efringen-Kirchen (cl). Zwischen großer Enttäuschung bei der FDP und großer Freude bei der CDU lagen gestern die Gefühle bei den Efringen-Kirchener Vertretern der Parteien, die wir zum Bundestagswahlergebnis befragt haben. Heinz Graf, CDU-Fraktionsvorsitzender, freute sich über das "großartige Ergebnis, das sicher für alle etwas überraschend kam". Er freute sichvor allem, dass die CDU auch in Efringen-Kirchen hervorragend abgeschnitten habe. Ein Wermutstropfen sei, dass die FDP nicht mehr den Sprung in den Bundestag geschafft habe und jetzt die Bildung einer Regierung "nicht einfach wird". Eine Koalition mit den Grünen sei wohl kaum machbar, weil die Ansichten zu weit auseinanderliegen. Da bleibe nur eine Regierung mit der SPD, die Graf auch "als sinnvoll betrachten würde". Nicht ganz aus der Welt sei aber die Befürchtung, dass es doch noch zu einer rot-rot-grünen Regierung kommen könnte. Irmtraud Töppler, SPD-Fraktionsvorsitzende, fand das Ergebnis "bedauerlich". Der SPD-Kandidat Thomas Mengel wäre ein guter Abgeordneter geworden. Sie habe ihn im Gespräch als sachlich, kompetent und sehr sympathisch empfunden. Außerdem könne er auch zuhören. Angela Merkel schwebe als Person unangefochten über allem, "sie kommt sachlich, unaufgeregt rüber". In ihrem Sog sei Armin Schuster mitgezogen worden. Franz Kiefer, FDP-Ortsvereins-Vorsitzender, war vom Ergebnis "sehr enttäuscht". Der FDP sei es nicht gelungen, ihre Leistungen dem Wähler auch deutlich zu machen. Die Abschaffung der Zehn-Euro-Praxisgebühr sei vielleicht noch wahrgenommen worden, aber schon das Verhindern der Vorratsdatenspeicherung durch die FDP schon nicht mehr. Stattdessen sei in der Öffentlichkeit groß und breit die Personaldebatte geführt worden. Für Kiefer gebe es nun nur eins: "Maul abputzen und weiter auf gute Kommunalarbeit setzen, also vor Ort ohne parteipolitischen Hintergrund zum Wohl der Bevölkerung arbeiten". Silke Frank, Ortsvorsitzende der Grünen, war mit dem Wahlergebnis "soweit zufrieden", als es Efringen-Kirchen betraf, mit dem auf Bundesebene "natürlich nicht, da hätte ich gerne ein zweistelliges Ergebnis gesehen". Die Grünen hätten sich mehr auf ihre Kernthemen konzentrieren sollen, "und dabei sollten wir auch bleiben". Das Ergebnis in Efringen-Kirchen zeige, dass die Grünen dort, wo sie "Bürgerbeteiligung betreiben, auch guten Zuspruch finden". Silke Frank war gespannt, was die Koalitionsverhandlungen in Berlin bringen. Die Grünen seien grundsätzlich offen, und "Schwarz-Grün wäre ja mal was Neues". Für Dietmar Fischer, langjähriger Vorsitzender des CDU-Ortsvereins, war klar, dass Armin Schuster wieder in den Bundestag gewählt wird. Sein Einsatz in den vergangenen vier Jahren "für unsere Region war enorm und auch bewundernswert. Aber dass die CDU mit der Zweitstimme derart zulegt, habe ich nicht erwartet." Schade sei nur, dass der Koaltionspartner FDP derart Federn lassen musste, dass es nicht mehr reichte. Es seien wohl personelle Gründe gewesen, die hier den Ausschlag gaben, denn "sowohl Rösler als auch Brüderle sah ich als ausgesprochen blass. Nun bleibt zu hoffen, dass die SPD keine Minderheitsregierung Rot-Grün mit Duldung durch die Linken versucht. Mein Favorit wäre eine große Koalition." Heike Hauk, Grünen-Fraktionsvorsitzende, fand schade, dass die Grünen das Ergebnis von 2009 nicht halten konnten. Sie bedauerte, dass "wir nicht kommunizieren konnten, dass wir mit unserer Steuerpolitik die kleinen Einkommen entlasten wollten" und das Thema Energiewende untergegangen sei.

 
 

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