Efringen-Kirchen Zunächst profitieren die Ortsteile

Weiler Zeitung, 13.09.2017 21:29 Uhr

Von Marco Schopferer

In großen Schritten rückt das schnellere Internet im Rebland näher. Der Zweckverband Breitbandversorgung des Landkreises Lörrach hat im Raum Efringen-Kirchen die Tiefbauarbeiten nahezu abgeschlossen, in den nächsten Wochen werden nun die Glasfaserleitungen in die Leerohre eingeblasen. Ab November werden Fischingen und Ortsteile von Efringen-Kirchen mit bis zu 50 Mbit/Sekunde versorgt.

Efringen-Kirchen/Fischingen. Weil die kleinen Gemeinden für die großen Telekommunikationskonzerne nicht lukrativ genug sind, muss der Landkreis mit seinem Zweckverband einspringen. Stolz war man deshalb gestern über das Geschaffene, auch wenn keine Sektkorken knallten.

1,2 Millionen Euro hat allein die Gemeinde Efringen-Kirchen 2015 in die Hand genommen, um die Leerrohre für das Glasfasernetz zwischen den Ortschaften zu legen. 750 000 Euro Kosten hat der Zweckverband jetzt nochmals reingesteckt, um die Leerrohre mit Glasfaserkabeln zu bestücken und einen sogenannten Backbone-Knotenpunkt in Efringen-Kirchen zu errichten. Die Gemeinde hat für das Gebäude in der Größe einer Transformatorenstation ein Grundstück zwischen Schule und Kinderhaus zur Verfügung gestellt. Die Anschlüsse im Tiefbau liegen bereits.

Dies wird dann das künftige Herz der Glasfaserleitungen für die umliegenden Dörfer sein. Von hier werden schon bald das Neubaugebiet Gießenfeld und das Gewerbegebiet über den Hölzeleweg und Bezirkskellerei 2018 mit direkten Glasfaser-Hausanschlüssen angeschlossen.

Großes Interesse der Eigentümer an Anschlüssen

Die Ortschaften befinden sich seit Wochen in einem Wettbewerb: Wo das Interesse am stärksten ist, wird als erstes angeschlossen. In allen Dörfern wollen sich bereits über die Hälfte der Hauseigentümer anschließen, freute sich gestern Paul Kempf vom Zweckverband. Wer in das Ausbauprogramm 2018 kommen wird, werde sich in den nächsten Tagen zeigen. Noch seien nicht alle Anträge gezählt. Sicher sei schon jetzt, dass bei solch hohen Anschlusszahlen das Glasfasernetz für den Zweckverband auch profitabel zu betreiben sei, sagte Bürgermeister Philipp Schmid.

Und der Zentralort mit über 3000 Einwohnern? Die Bundesnetzagentur hat der Telekom dort den Zuschlag und die Verpflichtung zum Vectoringausbau gegeben. Dann wäre auch in Kirchen und Efringen ein schnelleres Internet von bis zu 100 Mbit/Sekunde möglich.

Auf der Homepage der Gemeinde ist davon die Rede, dass im Herbst der Ausbau beginnen soll und die Telekom ab Frühjahr 2018 diese Variante des schnelleren Internets im Zentralort anbieten will. Auf jüngste Schreiben von Bürgermeister Philipp Schmid wegen des sinnvolleren Glasfaserausbaus antworte die Telekom allerdings bislang nicht, ärgerte er sich gestern.

Der Landkreis steht mit seinem Zweckverband jedenfalls in den Startlöchern, um den Glasfaserausbau auch im Zentralort voranzutreiben, versicherte Kempf. Aktuell seien ihm wegen des Zugriffsrechts der Telekom allerdings die Hände gebunden.

Nur weil keines der Telekommunikationsunternehmen in den Teilorten in den vergangenen Jahren tätig wurde, darf dort der Kreis mit seinem Zweckverband schon jetzt tätig werden. Das sogenannte Versorgungsversagen wurde hier von der Bundesnetzagentur förmlich festgestellt.

 
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