FC Basel Raphael Wicky heißt der neue Cheftrainer

Die Oberbadische, 21.04.2017 22:46 Uhr

Von Uli Nodler

Basel. Überraschung, Überraschung. Nicht Thorsten Fink, Raphael Wicky heißt der neue Cheftrainer des FC Basel. Der ehemalige Schweizer Nationalspieler und Profi von Werder Bremen löst im Sommer Urs Fischer ab.

Mit dieser Entscheidung hatte kaum einer gerechnet. Wicky ist die interne Lösung. Seit 2013 leistet er beim FC Basel eine vielbeachtete Arbeit als Nachwuchstrainer. Wicky hat gestern nun beim FCB fünf Tage vor seinem 4o. Geburtstag einen entsprechenden Zweijahresvertrag mit Option für eine dritte Saison unterzeichnet.

Die künftige operative und sportliche Führung des FC Basel hat sich nach einem intensiven Evaluations-Verfahren anhand einer „Shortlist“ mit mehreren Kandidaten einstimmig und mit großer Überzeugung für Raphael Wicky entschieden, weil der frühere Schweizer Nationalspieler am besten in jenes Anforderungsprofil passt, das der künftige Präsident Bernhard Burgener und der künftige Sportchef Marco Streller am 7. April 2017 den Vereinsmitgliedern und den Medien vorgestellt haben. Das damals präsentierte Konzept für vorerst drei Jahre bis 2020 sieht gleichermaßen hohe sportliche Ziele wie den vermehrten Einbau eigener und internationaler Nachwuchsspieler innerhalb dieser Zeitspanne vor.

Wicky hat sich bereits in seinen ersten Jahren als Nachwuchstrainer bei Servette Genf einen hervorragenden Namen als Förderer und Begleiter von Nachwuchsfussballern geschaffen und diesen Ruf seit seinem Wechsel zum FCB vor vier Jahren als zunächst U 18- und dann U 21-Trainer gefestigt. Das wurde in dieser Saison unter anderem auch durch die international wertvolle Qualifikation des FCB-Nachwuchses für das Achtelfinale in der sogenannten UEFA Youth League untermauert.

Diese Referenzen und die Tatsache, dass Wicky zuvor als Profispieler während 15 Jahren Erfahrungen in der Schweiz, in der deutschen Bundesliga, in Spanien, den USA und als 75-facher Schweizer Nationalspieler an zwei EM-Endrunden und an der WM 2006 sammeln und dabei auch von sehr verschiedenen Trainern viele Impulse mitnehmen konnte, gewichtete die neue FCB-Leitung in entscheidendem Ausmaß höher als die Tatsache, dass er bisher noch nicht als Trainer einer ersten Mannschaft gewirkt hat. Im Gegenteil: Der FCB freut sich, einem unbestritten talentierten Schweizer Trainer voller Überzeugung die Aufgabe des Cheftrainers anzuvertrauen.

Das bestätigt auch Marco Streller: „Raphael Wicky überzeugte uns mit einem bestechenden Dossier, das absolut kompatibel mit unserer Strategie der kommenden Jahre ist. Das allein war ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor. Vielmehr konnten wir im FCB in den letzten Jahren auch seine hohe soziale Kompetenz kennen lernen und dabei erleben, wie er Ziele und Werte des FCB verinnerlichte. Es ist also nicht einfach so, dass wir ohne andere Optionen ausschließlich einen jungen Trainer gesucht und verpflichtet haben, sondern dass wir einen internen Mitarbeiter mit glänzenden Qualifikationen jetzt mit dem logischen nächsten Schritt in seiner Trainerkarriere betrauen.“

Auf die Präsentation des neuen Cheftrainers könnte an diesem Wochenende bereits der vorzeitige Gewinn des Schweizer Meistertitels folgen. Der wäre Fakt, wenn die „Bebbi“ heute das Heimspiel (Beginn: 20 Uhr) im St. Jakob-Park gegen den FC Vadusz gewinnen und der Tabellenzweite Young Boys Bern morgen sein Spiel gegen den FC Lugano noch gewinnt.

Auch wenn der FC Basel an diesem Wochenende den 20. nationalen Meistertitel eintütet, wird es mit der Mannschaft keine spontane Meisterfeier geben. So hat es der Klub in Abstimmung mit den Fans beschlossen.

Die Fans sollten sich aber ein Datum unbedingt merken: Der FC Basel plant beim 20. Titelgewinn und des damit verbundenen zweiten Sterns eine große offizielle Meisterfeier am Tag nach dem letzten Meisterschaftsspiel. Das wäre am Pfingstsamstag, 3. Juni. Dann soll ab dem späten Nachmittag in der Basler Innenstadt eine rotblaue Sause über die Bühne gehen, an der – im Gegensatz zu den nächtlichen Meisterfeiern der letzten Jahre – auch Familien mit Kindern teilnehmen können. Das große Fest wird in Zusammenarbeit mit der Stadt Basel und den verschiedenen Behörden geplant.