FC Basel Solide, aber nicht sensationell

Die Oberbadische, 13.09.2017 23:35 Uhr

Von Mirko Bähr

Nein, es wurde keine magische Nacht in Old Trafford, dem „Theatre of Dreams“ (Theater der Träume). Allerdings war der Auftritt des FC Basel auf dieser europäischen Bühne auch kein Drama. Der Schweizer Meister kickte gegen Manchester United mit. Und doch war das Top-Team am Ende einfach eine Nummer zu groß.

Manchester. Bei strömendem Regen stand nach 90 Minuten ein 0:3 (0:1) aus Sicht des FCB. Diesmal konnten die „Bebbi“ den haushohen Favoriten nicht ärgern, so wie beim spektakulären 3:3 im Jahr 2011 oder beim 1:1-Remis acht Jahre zuvor. Der Sieg der Star-Truppe aus dem Nordwesten Englands geriet auch nie in Gefahr. Dennoch darf man den Baslern einen guten Auftritt attestieren.

Nach schwachem Saisonstart in der Liga und einer 1:2-Pleite gegen Lausanne zur Generalprobe reisten die Schützlinge von Coach Raphael Wicky nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzend zu ManU. Und in der ersten Halbzeit hatten die Gäste auch großen Respekt vor Paul Pogba, Romelu Lukaku, Henrikh Mkhitaryan & Co.

Die „Red Devils“ um Juan Mata ließen Ball und Gegner laufen und ließen sich auch von dem frühen Ausfall von Pogba nicht aus dem Konzept bringen. Der belgische Wuschelkopf Marouane Fellaini kam rein und zeigte ein starkes Spiel. Nicht nur, weil er zum 1:0 nach 35 Minuten einnickte. Überhaupt, es waren dann zwei Standardsituationen, die zu Treffern führten. Erst Fellaini, dann auch Lukaku (53.).

Da konnten die FCB-Kicker nur respektvoll gratulieren: „ManU hat eine ungeheure Physis und Kopfballstärke. Es ist unglaublich schwer, das zu verteidigen“, ließ Luca Zuffi wissen. Das seien „riesige Türme“, meinte Renato Steffen, der trotzdem stolz auf die Leistung des Teams war. „Wir haben den Kampf angenommen und sind nicht nur hinten reingestanden“, diktierte er im feinen Zwirn in die Notizblöcke.

Und er hatte recht: In der zweiten Hälfte hatte der FCB den Respekt abgelegt, kam mit neuem Elan aus der Umkleidekabine, ging mit viel Leidenschaft zu Werke. Und die eine oder andere Chance sprang dann auch heraus. So wie nach 64 Minuten, als Mohamed Elyounoussi den Anschlusstreffer auf dem Fuß hatte. „Auf dieser Bühne muss man die wenigen Chancen einfach nutzen, konsequent abschließen“, wusste Steffen. „Wir wussten, wenn wir hier was holen wollen, dann müssen wir effizient sein“, ergänzte Zuffi.

Die Truppe von José Mourinho, der zum ersten Mal überhaupt in der Champions League gegen den FC Basel gewann, brachte den Erfolg problemlos nach Hause. Marcus Rashford war sechs Minuten vor dem Ende für das 3:0 zuständig. Es war das erwartete Ergebnis: Der FCB spielte beherzt mit, konnte im Theater der Träume aber für keine Sensation sorgen.

Manchester United FC – FC Basel 3:0 (1:0). - Tore: 1:0 (35.) Fellaini, 2:0 (53.) Lukaku, 3:0 (84.) Rashford. SR: Buquet. Z.: 73 854.

FC Basel: Vaclik; Akanji, Suchy, Balanta; Lang, Xhaka, Zuffi, Riveros (77. Oberlin); Steffen, van Wolfswinkel (66. Bua), Elyounoussi.

 
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