Hoch gingen die Wogen, als auf der Straße Fischingen-Binzen der Testlauf mit fahrbahnverengenden Baken begann. Gestern ging er nun zu Ende – vor allem zur Freude der vielen Fischinger, die dagegen auf die Barrikaden gegangen waren. Die erfolgten Messungen werden nun ausgewertet. Bis in zwei Wochen soll ein Ergebnis vorliegen.

Fischingen/Binzen. 4000 bis 6000 Fahrzeuge sind täglich auf der arg verschlissenen Verbindungsstraße zwischen Binzen und Fischingen unterwegs. Im Zug der anstehenden Sanierung des Belags durch den für das Sträßchen zuständigen Gemeindeverwaltungsverband Vorderes Kandertal tauchten Ideen für eine Verkehrsberuhigung auf.

Denn Messungen hatten Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 132 Stundenkilometern ergeben. Außerdem nimmt die schmale Verbindung offenbar Umgehungs- und Durchgangsverkehr auf, der die Bundesstraße B 3 umfährt. Auch die Groß-Gastronomie „Fünfschilling“ in Fischingen und der Hieber-Einkaufsmarkt in Binzen sorgen für reichlich Verkehr.

Vorbild für die Verkehrsberuhigung waren die Einengungen auf der Verbindungsstraße Kirchen-Märkt. Immerhin zeigte die Erfahrung, dass dort das Bankett geschont wird und die Autos in einem gemäßigten Tempo fahren. Gleichzeitig erhoffte man sich in Fischingen und Binzen eine Verringerung des Umgehungsverkehrs der B 3.

Aufgebaut wurden nun elf mobile Baken in Abständen zwischen 80 und 100 Metern – wegen der höheren Verkehrsdichte also etwas mehr als auf dem „Promillesträßchen“ Kirchen-Märkt, wo die Abstände 60 Meter betragen.

Gleichwohl war der Aufschrei groß. 250 Fischinger hatten in einer Unterschriftenaktion eine sofortige Beendigung des Testlaufs gefordert. Der „Hindernis-Parcours“ sei keine praktikable Lösung. Fast täglich gebe es Beinahe-Zusammenstöße und gefährliche Situationen. Und das dauernde Abbremsen und neuerliche Anfahren sei eine Belastung für die Umwelt.

Der Binzener Bürgermeister Andreas Schneucker will nun zunächst die Auswertung der Messungen abwarten. Gezählt habe das aufgestellte Messgerät getrennt Personenwagen und Lastwagen und dazu noch die jeweils gefahrenen Geschwindigkeiten. Bis in zwei Wochen könnte ein Ergebnis vorliegen.

Sicher sei indes, dass die Straße in Binzen – dort heißt der Abschnitt Birkenweg – durch die über 4000 Fahrzeuge täglich im Verhältnis zu ihrem Ausbaustandard stark belastet sei. Sie sei schließlich nicht für den überörtlichen Verkehr gedacht. Wenn es also Möglichkeiten gäbe, den Verkehr zu reduzieren, sollte man sie nutzen. Allerdings gebe es eventuell auch noch Alternativen zu den Verengungen mit Baken. Ziel sei aber, die Zahl der Fahrzeuge und deren Tempo zu verringern. Ob das gelungen sei, lasse sich aber erst sagen, wenn das Ergebnis des Testlaufs vorliegt.