Fußball Briegels Tor entscheidet

Die Oberbadische, 19.03.2017 22:49 Uhr

Der Favorit hat sich durchgesetzt: Spitzenreiter FV Lörrach-Brombach hat das Lokalderby der Landesliga, Staffel 2, gegen den SV Weil knapp, aber nicht unverdient mit 1:0 für sich entschieden. 850 Zuschauer sahen eine Partie, in der die Defensivarbeit Vorrang hatte. Gefährliche Strafraumszenen waren Mangelware.

Personal Vor dem Derby wurde bekannt, dass Interimstrainer Andreas Schepperle bis zum Saisonende von Heiko Schwarze unterstützt wird. Das Duo beorderte Eike Elsasser und Hannes Kaiser neu in die Startformation. Patric Lauber und Ousman Njie mussten weichen. Schepperle stellte wieder auf eine Vierer-Abwehrkette um. „Wir wollten sicherer stehen“, so der Interimstrainer. Für den verletzten Gianfranco Disanto rückte auf FVLB-Seite Lugi Squillace in die Startelf. Lucas Thiel ersetzte den gesperrten Mirco Böhler.

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Erste Halbzeit Die Weiler kamen gut in die Partie. Die Hausherren brauchten etwas, um die nötige Ballsicherheit zu erlangen. „Die Anspannung war schon groß nach der Niederlage letzte Woche“, erklärte FVLB-Trainer Ralf Moser. Die Gäste gingen aggressiv zu Werke, das eine oder andere rustikale Foul war die Folge.

Unglücklich aus Weiler Sicht war dann die Entstehung zum einzigen Tor an diesem Nachmittag. Die SVW-Defensive konnte nicht klären, Daniel Briegel kam an den Ball, der nach seinem Schuss schließlich im langen Eck landete. Gespielt waren 15 Minuten. „Der Ball wurde abgefälscht und war deshalb unhaltbar“, so der Torschütze nach der Partie.

Dieser Treffer beschäftigte die Weiler sehr. Die Hausherren gaben den Ton an und der SVW war in der Offensive eigentlich gar nicht vorhanden. Viel zu bieten hatte Lörrach-Brombach aber auch nicht. Doch in der 44. Minute wäre dem Gastgeber um ein Haar das 2:0 gelungen. Angelo di Palma hatte sich über rechts durchgesetzt und auf Andreas Lismann gepasst. Sein Flachschuss ins kurze Eck parierte Christoph Düster im Weiler Tür in überragender Manier per Fuß. Ab der 32. Minute musste der FVLB auf Stürmer Nils Mayer verzichten. Eine Prellung am Wadenbein machte ihm zu sehr schaffen.

Zweite Halbzeit Der FVLB wollte und der SVW konnte nicht: so lautete das Motto in Sachen Offensivdrang beider Teams. Während Lörrach-Brombach hinten nichts anbrennen ließ, waren die Pässe in die Spitze viel zu ungenau. Ein Schuss des eingewechselten Buba Ceesay nach 72 Minuten in die Arme von Düster war das erste Lebenszeichen. Die Weiler kamen im gesamten Spiel nur zu einer Halbchance. Eine Flanke von Simon Blaschke konnte Yannik Weber nach 52. Minuten nicht so unter Kontrolle bringen, wie er sich das gewünscht hatte. Viel mehr hatte Weil nicht zu bieten. „Wir konnten es im Eins-gegen-Eins nicht lösen, gerade über die Außen“, meinte Schepperle.

Die größte Chance hatte der FVLB in der 76. Minute, als Ceesay Düster schon umkurvt hatte, den Ball nach einem Konter dann aber über das Tor jagte. Am Ende blieb es beim knappen Sieg. Zwar versuchte es Weil zum Schluss noch mit langen Bällen, doch die Abwehr der Gastgeber stand stabil.

Emotionen Echte Derbyemotionen kamen in dieser Partie nicht auf. Dennoch hatte Schiri Marvin Holdermann (Karlsruhe) am Ende drei Ampelkarten verteilt. Zunächst musste Michailidis Stergianos dran glauben. Ganze zwölf Minuten stand er nach seiner Einwechslung in Minute 72 auf dem Feld, ehe er etwas übermotiviert in einen weiteren Zweikampf ging und das zweite Mal verwarnt wurde. Nach dem Schlusspfiff gerieten Fabian Kluge und Roberto Billeci kurz aneinander. Als sie sich gerade wieder versöhnen wollten, kam der Unparteiische angewetzt, zeigte Kluge die zweite Gelbe Karte und Billeci nach dieser einen Aktion gleich zweimal den gelben Karton. Das war völlig überzogen.

Fazit Der FVLB feiert einmal mehr einen 1:0-Erfolg. Die Abwehr steht wie ein Bollwerk. Nach vorne agiert der Tabellenführer nicht mehr so leichtfüßig: „Da fehlt uns noch die Reife, da sind wir häufig zu überhastet. Wegen der klareren Chancen haben wir aber verdient gewonnen“, analysierte Moser.

Schepperle fand, dass es seine Mannen defensiv nicht schlecht gemacht hätten. „Die Einstellung hat gestimmt, es stand ein Team auf dem Platz“, meinte der Weiler Übungsleiter. Das 1:0, als man zweimal die Möglichkeit gehabt habe, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern, habe ihnen nicht in die Karten gespielt.

 
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