Von Mirko Bähr

Die Knirpse des FC Barcelona und des SC Freiburg haben der 46. Auflage des McDonald’s-Fußballcups um den Walter-Waibel-Gedächtnispokal ihren Stempel aufgesetzt. Die U10 der Katalanen war am Samstag nicht zu bezwingen, gestern zog nun die U12 aus dem Breisgau nach.

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Weil am Rhein. „Irgendwie unwirklich“: Dominik Kiesewetter, der zusammen mit Oli Mair die Turnierfäden zog, konnte es nicht glauben. Da saß er auf der Tribüne und führte sich am Samstag das Viertelfinale zwischen dem FC Chelsea und „Barca“ zu Gemüte. Immer wieder musste er sich kneifen. Diese beiden Top-Teams kämpfen in Weil um den Einzug ins Halbfinale? Ja, das ist kein Traum.

„Das geht nun wirklich nicht besser. Was willst du mehr? Ich finde es genial“, sagte Mair und konnte ein Dauergrinsen nicht verbergen. Nicht nur, dass namhafte Vereine einmal mehr ihre fußballerische Visitenkarte in der Grenzecke abgaben, sie machten am Ende auch den Turniersieger unter sich aus. „Die Schere zwischen den Großen und Kleinen ist dieses Jahr weit auseinander“, bescheinigt Mair.

Und das bedeutete: Klangvolle Vereinsnamen standen sich in der entscheidenden Phase des U10-Turniers gegenüber.

Während die Bambini von Juventus Turin den Nachwuchs aus der Talentschmiede der TSG Hoffenheim im Halbfinale mit 2:1 besiegten, schaffte der FC Barcelona im Spiel der beiden besten Teams dieser Altersklasse durch ein 4:2-Erfolg gegen Bayer 04 Leverkusen den Sprung ins Finale. „Das war das vorweggenommene Endspiel. Der Hammer, was die da kicken“, konnte es Kiesewetter kaum glauben.

Leverkusen musste sich am Ende mit Rang drei (2:1 gegen Hoffenheim) zufrieden geben, während „Barca“ Juve im Finale mit 3:1 bezwang. Vor allem die Offensivpower der Katalanen war vom Feinsten. Kein Wunder, dass der Stürmer des spanischen FCB, Lamine Ebana Nasraqui, am Ende mit elf Treffern zum Torschützenkönig dieses Turniers avancierte.

Die heimischen Teams belegten allesamt die hinteren Plätze. Der FC Basel wurde 13., die Weiler kamen auf Rang 14, Vorletzter wurde das Dream-Team Hochrhein (FV Lörrach-Brombach) und das Tabellenende zierte das Dream-Team Freiburg (Eintracht Freiburg).

Gestern nun durfte eine Mannschaft jubeln, die man nicht auf der Rechnung hatte. „Überraschung“, staunte Mair nicht schlecht, als der SC Freiburg im Finale Vorjahressieger Borussia Dortmund durch einen Treffer von Lenn Lüderitz zwei Minuten vor dem Ende verdient mit 1:0 in die Schranken wies.

An Spannung, Dynamik und Dramatik nicht zu überbieten war das Halbfinale zwischen dem FC Barcelona und dem BVB. Dortmund führte lange, ehe die Katalanen erst ausglichen und dann in den letzten fünf Sekunden die Latte trafen und auch noch einen Strafstoß für sich reklamierten. Am Ende musste nach dem 1:1 ein Shootout entscheiden. Hier war Borussia das etwas glücklichere Team.

Die Freiburger dagegen machten im Semifinale kurzen Prozeß im Baden-Derby gegen die TSG Hoffenheim und siegten mit 3:0. Die TSG revanchierte sich im kleinen Finale dann mit einem 2:0 gegen „Barca“. Der SV Weil schlug sich wacker und ließ als 12. immerhin Juventus Turin und Metz hinter sich

Die Tribüne der Sporthalle der Markgrafenschule war bis auf den letzten Platz belegt, die Stimmung teilweise bombastisch. Wer keinen Platz mehr unter dem Hallendach ergattern konnte, der durfte die hochklassigen Partien im Internet unter www.mcdonaldscup.tv bewundern. Am frühen Sonntagabend zählte die Seite 80 000 Betrachter. Interessierte aus den USA, der Türkei, Slowakei, Bosnien-Herzigovina oder auch dem Iran wollten sich dieses Highlight nicht entgehen lassen.