Grenzach-Wyhlen Beste Werbung für das Jazz-Genre

Die Oberbadische, 30.11.2016 00:52 Uhr

Es war nicht verwunderlich, dass am Morgen des Ersten Advents der Festsaal im Haus der Begegnung zum Matinee-Konzert des „Big Sound Orchestra“ so gut besucht war. Die zahlreichen Besucher wurden nicht enttäuscht. Sie erlebten ein tolles Jazzkonzert, das zu einer Werbung für diese Musikgattung wurde. Grenzach-Wyhlen (mh). Aus dem, was 1978 vom Geografielehrer, Schlagzeuger, Saxofonisten und Arrangeur Gerhard Gutfleisch am Rheinfelder Gymnasium mit einer sechsköpfigen Jazz-Combo initiiert wurde, ist im Laufe der Jahre weit mehr als eine Schülerband geworden: Das Big Sound Orchestra (BSO). Und die Formation, seit 2009 von David Grottschreiber geleitet, die sich in typischer Bigband-Besetzung präsentiert, hat sich in der Region einen veritablen Namen erspielt. Das BSO schafft es zudem immer wieder, bekannte Solisten zu einem Workshop einzuladen und mit ihnen zusammen in der Regio Konzerte zu geben. In diesem Jahr hatte das BSO mit Bert Joris einen der besten Jazztrompeter des Kontinents aufgeboten, und es wurde in der Tat ein bemerkenswertes Konzert. Der Trompeter ist bekannt und geschätzt wegen seines warmen Trompetentons und seiner lyrischen Improvisationen, ebenso wegen seiner Kompositionen und Arrangements. Das BSO eröffnete das Konzert mit kraftvollem Bigband Sound. Die schöne Stimme von Sängerin Isa Morgenstern setzte Akzente, vor allem in den Scat-Passagen bildet sie einen interessanten Kontrapunkt zu den kräftigen Bläsertönen. Ganz unprätentiös betrat Bert Joris die Bühne. Und mit makellos sauberem Ansatz, unerschöpflicher Atemtechnik und einer schwebenden Leichtigkeit zog er das Publikum in seinen Bann. Joris entlockte seiner Trompete perlende Läufe und zeigte sein herausragendes Können als Jazztrompeter mit feinen Nuancen im behänden Passagenspiel. Er fand aber auch in den Solisten des BSO ausgezeichnete Mitspieler, die in eine Zwiesprache mit den warmen Tönen der Trompete traten. Joris zeigten virtuos eleganter Phrasierungen und Improvisationen. Vor allem im Stück „Connections“, das zum Höhepunkt des Konzerts wurde. Auch die Ensemblemitglieder des BSO präsentierten eine souveräne Leistung, vor allem in den gefälligen Balladen, die wunderbar zu diesem Sonntagmorgen passten. Großen Applaus gab es am Ende für ein überzeugendes Konzert. Und Bert Joris bedankte sich artig beim BSO: „Es ist das Beste, wenn Menschen sagen: Ich will deine Musik spielen.“ Die Volkshochschule und der Verein für Heimatgeschichte hatten wieder einmal ein gutes Händchen bewiesen, dieses wundervolle Jazzkonzert zu veranstalten.