Grenzach-Wyhlen E bizzeli meh als nur nit nüt

Die Oberbadische, 12.02.2017 23:55 Uhr

Grenzach-Wyhlen (mh). Ganz und gar „nit nüt“ war die mit Spannung erwartete Premiere zu den im Rekordtempo ausverkauften sechs Grenzacher Zunftabenden. Die Zunftspieler zeigten, dass die Vorschusslorbeeren durchaus gerechtfertigt waren: Das Ensemble um Regisseur Peter „Pius“ Jehle brachte es wieder fertig, sein Publikum dreieinhalb Stunden bestens zu unterhalten.

Der Probenfleiß und Probenschweiß hat sich gelohnt, denn am Ende gab es stehende Ovationen für eine abermals gelungene Mischung aus Humor, Klamauk, Nachdenklichkeit sowie schauspielerischen Glanzleistungen und Gesang. Kleine Textunsicherheiten wurden souverän umschifft, ach ja, aufs Schiff ging es bei der umjubelten Schlussnummer. Doch dazu später.

Unter den vielen honorigen Gästen waren der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster, Bürgermeister Tobias Benz sowie Hertens Ortsvorsteherin Sabine Hartmann-Müller zu finden sowie die Zunftabendakteure der Narrenzunft Lörrach.

Das Programm kam ohne Schwächen daher, schon mit dem Motto „E bizzeli isch au nit nüt!“ wurde klar: Der Abend hat Zug. Auch die Dekoration hatte es in sich. So ging es bei der Nummer „auf und ab“ auf eine schwindelerregende Achterbahnfahrt mit Schwung durch Erdogans Höllentunnel in die Merkelkurve, in der es geradewegs auf den Abgrund zugeht.

„Inkognito“ war vermeintlich der Gemeinderat Levante auf der Baustelle und wurde vom Herrn Stasinger (Pius Jehle) von der Firma „Guck und Glotz“ in breitestem Sächsisch auf die Überwachungsmöglichkeiten der neuen Schulcontainer aufgeklärt.

Überragend wieder die Johannes Singers, meisterhaft begleitet am Klavier von Christian Deinhardt. Zu den Klängen von „Theater, Theater“ sang das Sextett über ihre Rolle als Zunftspieler: „Mir sind Burgi, Gmeirot, Schwiitzer und no viel meh“, Frankieboys „New York, New York“ kam eigenwillig daher und die Resi wurde nicht mit dem Traktor sondern dafür Rosi mit dem E-Bike abgeholt.

Auf eine virtuelle Reise ging der Gemeinderat in der „Wörtschel Wörld“ dabei zeigte das neue Programm verflixte Tücken.

Und dann waren da noch vier vorlaute Krähen auf dem Dach, die mit viel „Witblick“ übers Dorf und darüber hinaus schauten. So fanden sie an Glockengeläut in St. Georg in Wyhlen gute Seiten, denn jetzt gibt es endlich aufgeweckte Wyhlemer. Schließlich fanden die vier vorlauten Vögel, dass sie sich in nichts von den Gemeinderäten unterscheiden: „Mir mogle uns durch alles duure und hän e riesegroßi Schnuure.“

Wer glaubt man könne diese Nummer nicht noch toppen: Weit gefehlt, Zwirbelschnautz Horst Lichter (unnachahmlich Pius Jehle) erklomm die Bühne und statt „Bares für Rares“ gab es „Stütz für nüt Nütz“. Waldi (Heinz Weiß), Susanne (Steffen Möllerke), Fabian (Patrick Dummann) sowie Ludwig (gespielt vom Bajuwaren Wittek) wurden beim Portrait eines einstigen Promis aus dem Ort, angeboten von Anette Grether (Thomas Schwab geht in dieser Rolle auf, nachdem ihm ja der Lutz abhandengekommen ist) von einem unbekannten Mann aus einem grünen Hochhaus in Lörrach überboten.

Den Stoff für die fulminante Schlussnummer lieferte des „Künstlerschiff“. Peter Jehle als Frau Wili brachte den Saal mit seiner Version von „Titanic“ zum Toben: „Trinkt meinen Tee, der schenkt euch Wärme und spült eure Därme.“ Das Schiff „liegt allenthalben an den alten Dalben“ und mit dem Lied von der Biene Maja und einer interessanten Umsetzung von „An der Nordseeküste“ steuerte der Dampfer ins gefeierte Finale.

 
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