Grenzach-Wyhlen Energiedienst plant auf Kies

Die Oberbadische, 20.04.2017 20:17 Uhr

Nicht auf Sand gebaut, dafür aber auf Kies geplant? Michael Kempkes, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Wasserkraftwerk am Altrhein“, will herausgefunden haben, dass die „Power to Gas“-Anlage von Energiedienst (ED) auf einem ausgewiesenen „Kiesbiotop“ entstehen könnte.

Grenzach-Wyhlen (kör). Die Bürgerinitiative ist derzeit dabei, ihre Eingaben für die geplante Änderung des Flächennutzungsplans auszuarbeiten. Dabei sei ihr der Sachverhalt aufgefallen, teilte Kempkes unserer Zeitung mit. Er verweist darauf, dass ufernahe Wiesen innerhalb des ED-Betriebsgeländes als „Kiesbiotop“ – also als hoch aufgewertete Biotopflächen ausgewiesen wurden. Laut BI-Sprecher geschah dies im Zuge der Erschließung des Wohngebiets „Am Wasserkraftwerk“ und des Gewerbegebiets „Fallberg Ost“ im Jahre 2006, dessen Grundstücke noch Energiedienst gehören. Das Kiesbiotop sollte als Ausgleichsfläche dienen.

Kempkes verwies darauf, dass es damals keinen Widerstand seitens der Anwohner gegen das Vorhaben gegeben habe. Schließlich hätten diese von einer solchen Aufwertung profitiert ebenso wie die Besucher des Altrheins. „Stattdessen soll nun auf Teilen der Fläche eine ,Power To Gas-Anlage‘ entstehen, bedauert Kempkes und fragt ketzerisch: „Man könnte fast annehmen, die angedachten Kiesbiotope sollten tatsächlich nie gebaut werden oder weshalb sonst wurde mit deren Umsetzung nicht bereits seit langem begonnen.“ Zugleich vermutet er, dass lediglich nur ein theoretische Ausgleich über sogenannte Ökokonten stattfinden wird.

Zugleich verweist der BI-Sprecher auf einen weiteren Fakt, der in seinen Augen gegen die Anlage spricht: Dieser Streifen wäre wohl die einzige Möglichkeit, ein Umgehungsgewässer zu schaffen, um so Fischen den Flußaufstieg zu erleichtern. Schließlich würden diese die bestehende Aufstiegsmöglichkeit – ein Raugewässer – nicht in dem Maße annehmen, wie dies an anderen Orten, beispielsweise am Kraftwerk Ryburg-Schwör­stadt, geschehe.

Diese Beobachtung wird auch von Energiedienst bestätigt, zumindest indirekt. Denn in der Pressemitteilung des Unternehmens zur jüng­sten Fischzählung Anfang April heißt es: „In Wyhlen baute Energiedienst 2008 die Fischtreppe zu einem Raugerinne-Beckenpass um. Damals verdreifachte sich die Zahl der gezählten Fische auf 14 500. In diesem Jahr sind es allerdings nur noch 5000 und 21 Arten, obwohl die Anlage im gleichen Zustand wie bei der letzten Zählung ist. Gründe für den Rückgang sind nicht bekannt.“

 
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