Hätte es anno 2010 nicht den Wechsel zu Grün-Rot gegeben, wäre die Ortsumfahrung „B 34 neu“ eventuell schon fertig. Dies sagte CDU-Bundestagsabgeordneter Armin Schuster beim gestrigen Informationsbesuch von Staatssekretär Norbert Barthle im Zehnthaus. Von Tim Nagengast Grenzach-Wyhlen. Schuster erinnerte dabei daran, dass der Bund zwar derartige Straßenprojekte finanziere, die Planung und der Bau jedoch in den Händen der Länder liege. Unter Grün-Rot sei die „B 34 neu“ jedoch von „Kategorie eins in die dritte Kategorie, also für den Sankt-Nimmerleinstag“, gerutscht. Hier setzte Staatssekretär Barthle an, der darauf verwies, dass der Bund nur für baureife Projekte „Kohle“, also Geld, überweise. In Baden-Württemberg hätten sämtliche Straßenbauprojekte, die wirklich baureif waren, die Mittelzusagen erhalten. Das gelte auch für die Wyhlener Ortsumfahrung, „obwohl sie eben in die dritte Kategorie auf der Prioritätenliste des Landes gerutscht war“. Barthle ist sich sicher, dass im Jahr 2018 die Bagger rollen werden. Mit dabei war gestern auch CDU-Landtagsabgeordneter Ulrich Lusche. Er sagte „danke für die Deutlichkeit“, dass sein grüner Landtagskollege Josha Frey neulich klargestellt habe, ’Mit uns hätte es so was hier nicht gegeben’.“ Bürgermeister Tobias Benz wiederum machte den Gästen von Bund und Land die Wichtigkeit des Straßenbauprojektes für die Gemeinde Grenzach-Wyhlen deutlich. Nicht nur ein Gutteil der Bevölkerung, sondern auch die Industrie warte händeringend auf den Bau der Ortsumfahrung. Allein die vier großen Firmen Roche, DSM, Bayer und BASF beschäftigten vor Ort schon über 2000 Menschen und bräuchten für den optimalen Vertrieb ihrer Produkte eine entsprechend gute Verkehrsinfrastruktur. Benz: „Das ist ein Standortfaktor.“ „Die schweigende Mehrheit wünscht sich diese Straße schon lange“, sagte Bürgermeisterstellvertreterin Ulrike Ebi-Kuhn, „das sollten auch diejenigen akzeptieren, die jetzt anfangen, diese Straße zu torpedieren.“ Bürgermeister Benz unterstrich den Willen der Gemeinde, aktiv an Verbesserungen des Trassenverlaufs für die Wyhlener Ortsumfahrung mitzuwirken. Dies jedoch ausschließlich im Rahmen des rechtsgültigen Planfeststellungsbeschlusses, um das 17,3-Millionen-Euro-Projekt nicht unnötig zu verzögern. „Da ist jetzt wirklich der Knoten drauf“, stellte Benz klar. Am Infotermin nahmen neben Lusche, Schuster, Barth­le und Benz noch der Erste Landesbeamte Ulrich Hoehler, Dieter Bollinger vom Regierungspräsidium, Jutta van Dick (Freie Wähler), Walter Schwarz (CDU), Thomas Möck­linghoff (SPD) sowie Hansruedi Oertlin (Grüne) teil. Letzterer verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, „dass es mit der Elektrifizierung der Hochrheinbahn jetzt genauso schnell geht wie mit dieser Straße“.