Grenzach-Wyhlen. Hauseigentümer und Mieter am Grenzacher Horn packen die Gelegenheit nur zu gern am Schopf: Beim Quartierskonzept, das Energiedienst derzeit im Auftrag der Gemeinde entwickelt, beteiligten sich nahezu 70 Prozent der angeschriebenen Bürger.

„Das ist mehr als wir erwartet hatten“, freut sich Projektleiter Klaus Nerz von Energiedienst, der noch vor dem Jahreswechsel vermelden kann: „Die Daten sind alle erfasst und die ersten Möglichkeiten entwickeln sich.“

Als Baustein für die Erreichung der kommunalen Klimaschutzziele der Gemeinde Grenzach-Wyhlen beauftragte diese im Herbst Energiedienst, ein sogenanntes „Integriertes energetisches Quartierskonzept“ für Straßenzüge mit älteren Gebäuden zu erstellen. Die Erstellung derartiger Konzepte wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziell gefördert. Rund 54 000 Euro der insgesamt rund 83000 Euro kommen aus dem Fördertopf. „Bei der Informationsveranstaltung machten wir ja gemeinsam mit Energiedienst deutlich, dass die Beteiligung der Bürger ganz wichtig sein wird; aber dass wir so viele Interessenten haben würden, hätten wir nicht gedacht“, freut sich Bürgermeister Jörg Lutz über die Rücklaufquote der Fragebögen.

Anhand der gelieferten Daten entwickelte Klaus Nerz gemeinsam mit seinen Ingenieurs-Kollegen mehrere Möglichkeiten, mit denen sich der energetische Standard innerhalb des Gebietes bei gleichzeitiger CO2 Minderung deutlich verbessern ließe. Besonderheit bei dem Projekt: Es reicht über Grenzen hinweg. Denn bei der Untersuchung wird der Bereich der 2,7 Hektar großen Friedhofsgärtnerei auf Schweizer Seite mit einbezogen. Damit ist bundesweit erstmals ein Projekt in der Förderung, das über Ländergrenzen reicht. Die bestehende Wohnbebauung weist ein Hochhaus, zwei Wohnblocks, mehrere Mehr- und Einfamilienhäuser und Reihenhäuser auf – insgesamt rund 100 Wohneinheiten. „Besonders hilfreich war hier auch die Unterstützung durch die Hausverwaltungen. Ihnen gilt ein besonderer Dank“, lobt der Energiedienst-Projektleiter.

Ob und wie die Einbindung der neuen Solarsiedlung mit rund 120 Wohneinheiten aussehen könnte, steht ebenfalls auf der Agenda. Bauherr des zukunftsweisenden Projekts ist die nachhaltige Pensionskasse Stiftung Abendrot aus Basel, die als Planer den Freiburger Rolf Disch, SolarArchitektur, beauftragt hat.

Wie geht es nun weiter? „Nachdem wir viele Szenarien entwickeln konnten, stellen wir diese Ende Januar dem Arbeitskreis vor und diskutieren diese“, zeichnet Nerz den weiteren zeitlichen Ablauf.

Nach den Arbeitskreissitzungen plant die Gemeinde eine weitere Bürgerversammlung, um allen Interessierten die Ergebnisse vorzustellen. „Dieser Termin wird voraussichtlich im Mai stattfinden“, so Klaus Nerz abschließend.

Weitere Informationen: Interessierte Bürger, die sich dem Arbeitskreis anschließen möchten, können sich bei Projektleiter Klaus Nerz anmelden. Tel.: 07623/923383, E-Mail: klaus.nerz@energiedienst.de.