Grenzach-Wyhlen Löschangriff gegen brennenden Kesselwagen

Die Oberbadische, 22.04.2017 00:00 Uhr

Grenzach-Wyhlen. Erstmals hatten fünf Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr Grenzach-Wyhlen in der vergangenen Woche die Möglichkeit mit fünf hauptberuflichen Kameraden der Werksfeuerwehr der DSM Nutritional Product die Falck Fire Academy in Maasvlakte bei Rotterdam zu besuchen.

In einem der größten Ausbildungszentren für industrielle Brandbekämpfung in Europa konnte während eines dreitätigen Intensivkurses die Zusammenarbeit der Führungskräfte unter realistischen Bedingungen geübt werden. Dabei wurden neben dem Theorieunterricht über Einsatztaktiken auch intensiv mit echtem Feuer an nachgebauten Produktionsanlagen trainiert.

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Dabei galt es für die wechselnden Einsatzleiter immer wieder, die effektivste Taktik zu finden, oder das Feuer kontrolliert brennen zu lassen und die Umgebung abzuschirmen. Denn je nach Stoff ist es sicherer, wenn dieser verbrennt, da dadurch ein unkontrolliertes Ausbreiten mit einer wesentlich höheren Gefahr verhindert werden kann.

Die Übungsszenarien wurden dabei immer komplexer und umfangreicher, und die verschiedenen Flüssigkeits- und Gasbrände mussten mit Wasser, Schaum oder Pulver bekämpft werden. Zum Aufwärmen galt es anfangs noch ein kleines Feuer mit einem handelsüblichen Feuerlöscher zu löschen. Dies steigerte sich dann schnell zu brennenden Pipelines, Kesselwägen und kompletten Produktionsanalgen, die den Einsatzkräften so einiges abverlangten. Einer der Höhepunkte war dann das Löschen eines Kesselwagens , der sich in einer 120 Quadratmeter großen Wanne mit brennendem Benzin befand. Genauso musste in einem fünfstöckigen Produktionsgebäude ein Großbrand über mehrere Stockwerke bekämpft werden. Bei dieser Übung musste so ziemlich alles eingesetzt werden, was die zehnköpfige Gruppe aufbringen konnte, so dass in der Spitze etwa 7000 Liter Wasser pro Minute abgegeben wurden.

Gerade die Teilnehmer der Freiwilligen Feuerwehr konnten viele neue und wertvolle Erkenntnisse mit nach Hause nehmen, da die Brandbekämpfung in chemischen Industriebetrieben komplett andere Einsatztaktiken erfordert als ein gewöhnlicher Gebäudebrand, mit dem die Einsatzkräfte normalerweise konfrontiert werden. Hinzu kommt, dass derart realistische Übungen mit echtem Feuer für Freiwillige Feuerwehren in der Regel nicht möglich sind.

Die pro Person mehrere Tausend Euro teure Ausbildung sowie Reisekosten, Unterbringung und Verpflegung wurden im Zuge der partnerschaftlichen Zusammenarbeit komplett von der Firma DSM übernommen. Für die Zukunft sind weitere gemeinsame Übungen und Ausbildungen geplant, um die Zusammenarbeit noch weiter zu intensivieren.

Es bleibt zu hoffen, dass die erlangten Kenntnisse nie im Ernstfall eingesetzt werden müssen, heißt es in der Mitteilung der Feuerwehr.