Das Kinderbetreuungsangebot in Grenzach-Wyhlen wird um eine Facette reicher. Im kommenden Frühjahr wird an der Wyhlener Buttenhalde der erste Waldkindergarten in der Gemeinde eröffnet. Betreiber ist der Verein „Spielwiese“.

Grenzach-Wyhlen. Die aus einer Elterninitiative entstandene „Spielwiese“ bekommt mit dem Waldkindergarten quasi einen Ableger. Im nächsten Frühjahr – voraussichtlich ab März – soll die neue Betreuungseinrichtung im Wald bei der Buttenhalde oberhalb des Wyhlener Kreisverkehrs ihren Betrieb aufnehmen. Gemeindeverwaltung und „Spielwiese“-Vertreter unterzeichneten dazu am Dienstagabend den entsprechenden Vertrag.

Sehr große Nachfrage

Bürgermeister Tobias Benz sprach von einem „wichtigen Baustein“ im Rahmen des laufenden Ausbaus der Betreuungsangebote für Kinder in der Gemeinde. Bedingt durch den anhaltend starken Zuzug junger Familien seien die Betreuungskapazitäten nach wie vor nicht ausreichend. Benz: „Wir haben eine Riesen-Nachfrage.“

Zwar wird der projektierte neue „Löwenzahn“-Kindergarten zwei Gruppen mehr umfassen als sein Vorgänger, und auch ein weiterer Kindergarten in der „Neuen Mitte“ Grenzach ist geplant, doch dauere deren Eröffnung eben noch einige Zeit. Für eine erste Entspannung soll da der Waldkindergarten sorgen, den die „Spielwiese“ als Kooperationspartner der Gemeinde eröffnen wird. „Das ist wirklich eine ganz tolle Sache“, sagte Benz bei der Vertragsunterzeichnung auf der „Spielwiese“ in den Wyhlener Montagsmatten.

„Ableger“ der „Spielwiese“

Der dortige „betreute Spielplatz“ bleibt nicht nur vollumfänglich erhalten, er wird sogar deutlich aufgewertet. So bekommt die „Spielwiese“ in wenigen Wochen die langersehnten Wasser- und Abwasseranschlüsse sowie eine richtige Toilette. Gleiches gilt für den Waldkindergarten an der Buttenhalde. Als Schutzbau ist ein „Hobbit“-Wagen ausgesucht worden. Die Investitionskosten belaufen sich laut Benz auf rund 60 000 Euro.

Eltern, deren Sprösslinge den Waldkindergarten besuchen werden, treffen sich morgens am Spielplatz an der Buttenhalde am Engeltal. Dort werden die Erzieherinnen die Kleinen künftig in Empfang nehmen und mit ihnen hinauf zum Waldkindergarten marschieren.

Die Vorgeschichte der Gründung des Waldkindergartens ist durchaus interessant. Wie Sozialamtsleiter Josef Gyuricza berichtete, war angedacht worden, die „Spielwiese“ auf den Montagsmatten zu erweitern. In diesem Zusammenhang habe es eine Begehung mit Vertretern des Kreisjugendamtes gegeben. Nach dieser sei klar gewesen, dass die „Spielwiese“ nach der gewünschten Erweiterung nicht mehr hätte als „betreuter Spielplatz“ firmieren können. „Das sollte sie aber bleiben“, sagte Gyuricza. Daher wurde beschlossen, einen Waldkindergarten als „Ableger“ zu gründen. „Und dass die Elterninitiative Spielwiese diesen betreibt, stimmt uns sehr froh“, hielt der Sozialamtsleiter fest. In Kürze könne man interessierten Eltern „ein tolles, ein spezielles Angebot“ machen.

Die Gemeinde Grenzach-Wyhlen wird die Betriebskosten des Waldkindergartens übernehmen. Die „Spielwiese“ sucht nun qualifiziertes Personal: eine Leitung und zwei Erzieher.